Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen

ESRS 2 IRO-1 – Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Die allgemeine Methodik zur Identifizierung von Auswirkungen, Risiken und Chancen ist beschrieben unter ↗ ESRS 2 Allgemeine Angaben – Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen.

E5-1 – Konzepte im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Die sogenannten R-Strategien „Reduce, Reuse, Recycle, Recover, Replace“, die systematisch die Verringerung, Wiederverwendung und Wiederverwertung sowie den Ersatz von Materialien priorisieren, gelten als Leitbild der Lufthansa Group für ihre Aktivitäten im Bereich Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft und werden von den einzelnen Geschäftssegmenten in unterschiedlicher Ausprägung umgesetzt.

Ansätze der Passagier-Airlines für Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Auf Basis der R-Strategien sowie der EU-Abfallhierarchie (2008/98/EG) haben die Passagier-Airlines der Lufthansa Group im Rahmen ihrer globalen Abfallrichtlinien spezifische Richtlinien eingeführt, um den Übergang von der Nutzung von Primärressourcen hin zu nachwachsenden, recycelten oder recyclingfähigen Materialien zu fördern. Besonders im Bereich von Einwegplastikverpackungen setzen die Fluggesellschaften zunehmend auf den Einsatz von Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen und recyclingfähigen Ressourcen, wie etwa bei Einwegbesteck, Kopfhörerverpackungen und Deckenverpackungen. Bei künftig eingesetzten Produkten wird, soweit im Rahmen von Beschaffung und Einsatzbereich möglich, darauf geachtet, dass sie aus einheitlichem Material bestehen und recyclingfähig sind. Zudem passen alle Passagier-Airlines der Lufthansa Group ihre Ausschreibungen kontinuierlich an und ergänzen diese um die Vorgabe, ausschließlich Materialien zu beziehen, die kein Einwegplastik oder -aluminium enthalten, nachwachsend oder recyclingfähig sind und mit geltenden Regulierungen, wie beispielsweise der EU-Verpackungsordnung Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR) oder der europäischen Entwaldungsverordnung, in Einklang stehen. Darüber hinaus sorgen die Fluggesellschaften dafür, dass Einwegplastikverpackungen direkt dem Recycling zugeführt werden. So wurde beispielsweise bei Brussels Airlines im Berichtsjahr ein Recyclingprozess für alle Plastikverpackungen, Aluminiumdosen und Papierbecher auf der Kurzstrecke und bei Air Dolomiti das Einsammeln der Verpackungen eines Markenprodukts am Ende des Flugs für das Recycling eingeführt. Die Verantwortung zur Umsetzung der Maßnahmen liegt bei den Lufthansa Group Airlines in den Fachbereichen für „Hospitality und Catering Management“. Die Lufthansa Group Zentralfunktion „Customer & Hospitality Experience“ initiiert übergreifende Maßnahmen und Standards und koordiniert diese zwischen den Airlines.

Die Passagier-Airlines der Lufthansa Group haben einen gemeinsamen Rahmen für den verantwortungsvollen Umgang mit Bordabfällen definiert, der alle Kategorien von Bordabfällen berücksichtigt. Bordabfälle werden in die drei Kategorien Einwegabfälle, Lebensmittelabfälle und Mehrwegabfälle eingeteilt. Unter Einwegabfällen werden Materialien verstanden, die ohne definierte Kreislaufprozesse nach einmaliger Verwendung an Bord oder nach dem Flugereignis zu Abfall werden. Lebensmittelabfälle können sowohl während als auch nach dem Flug anfallen. Zu Mehrwegabfällen gehören Materialien, die bereits im Kreislauf geführt werden, jedoch zu einem späteren Zeitpunkt ohne nachgelagerte Kreislaufprozesse zu Abfall werden.

Zur Senkung des Ressourcenverbrauchs konzentrieren sich die Passagier-Airlines der Lufthansa Group darauf, endliche Ressourcen so lange wie möglich in einem geschlossenen Kreislauf zu halten. Dazu gehört das Bestreben, alle Kunststoff- und Aluminiumartikel an Bord in die Kreislaufwirtschaft zu überführen oder gänzlich darauf zu verzichten und durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Im Bereich der Mehrwegabfälle sowie bei beschädigten, aber wiederverwendbaren Materialien wie Decken, Kissen, Tabletts oder Schalen konzentrieren sich die Passagier-Airlines darauf, den Abfall durch die Rückführung dieser Gegenstände in den Ressourcenkreislauf zu verringern.

Darüber hinaus werden konzeptuelle Maßnahmen ergriffen, um Lebensmittelabfälle zu minimieren und gleichzeitig die Datentransparenz zu Kundenwünschen und flugspezifischem Essverhalten in Zusammenarbeit mit Catering-Unternehmen zu verbessern. Die Passagier-Airlines der Lufthansa Group streben eine Verbesserung der Datenqualität und eine optimierte Verwaltung der Lebensmittelressourcen an, indem sie die Zusammenarbeit mit den Catering-Unternehmen fördern.

Die Steuerung und Koordination, Konzeption, Zielsetzung und Überwachung auf Konzernebene wird für das Thema Bordabfälle von den Lufthansa Group Bereichen Corporate Responsibility (unter Verantwortung des Chief Technology Officer mit den Bereichen Fleet Management, IT & Digital, Innovation & Tech Factory, Procurement and Sustainability) und Produktmanagement (unter Verantwortung des Chief Commercial Officer mit den Bereichen Global Markets & Commercial Steering Hubs) gemeinsam verantwortet. Um die konzernweite Vernetzung sicherzustellen, wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretenden der Passagier-Airlines etabliert, die sich mehrmals jährlich zu den Fortschritten und Herausforderungen austauscht und gemeinsam Standards erarbeitet. Seit 2023 sind die R-Strategien bei den Fluggesellschaften der Lufthansa Group implementiert und werden anhand der folgenden Beispiele dargestellt:

  • Reduzieren (Reduce): Services, wie beispielsweise die Reduzierung von Einwegplastik durch das Bereitstellen von Kopfhörern auf Anfrage
  • Wiederverwenden (Reuse): Nutzung wiederverwendbarerer Produkte, wie rotierbare Becher
  • Recycling (Recycle): Nutzung und Sammlung von bestimmten Kunststoffen für das Recycling
  • Rückgewinnen (Recover): Implementierung eines Prozesses zur Überführung von Getränkeresten in eine Biogasanlage
  • Ersetzen (Replace): Umstellung von Plastik- auf Papierverpackungen
Ansätze der Lufthansa Technik für Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Im Rahmen ihrer Hauptgeschäftstätigkeit, der Instandhaltung von Flugzeugen und deren Bauteilen, wie Komponenten, Triebwerke oder Fahrwerke, orientiert sich Lufthansa Technik an den Vorgaben der Originalgerätehersteller (Original Equipment Manufacturer, OEM). Diese Vorgaben legen detailliert fest, welche Bauteile und Reparaturverfahren zulässig sind.

Als Instandhaltungsbetrieb ist Lufthansa Technik verpflichtet, die Anforderungen der European Union Aviation Safety Agency (EASA) 145 für die Flugzeugwartung und weitere Sicherheitsvorschriften im betrieblichen Ablauf zu befolgen. Die Entscheidung über den Einsatz von Recyclingmaterialien liegt daher nicht bei Lufthansa Technik. Zudem bezieht das Unternehmen seine Materialien und Bauteile ausschließlich von zertifizierten Zulieferern, die die erforderlichen Qualitätsstandards gewährleisten. Verantwortlich für die Umsetzung sind die Segment- und Standortleitung.

Einzelne Standorte von Lufthansa Technik verfolgen Konzepte zur Reduzierung der Abfallmenge mit dem Ziel, die Recyclingquote kontinuierlich zu erhöhen. Die Lufthansa Technik Standorte unterscheiden sich nach Größe, Aufgabenbereich und lokalen rechtlichen Vorgaben. Vor diesem Hintergrund ist jeder Standort auf Basis übergeordneter Zielvorgaben sowie einer jährlichen Überprüfung der Zielumsetzung im Vorstand angehalten, eigene Ansätze zu entwickeln und Maßnahmen zu definieren, mit denen sich das gruppenweite Ziel von Lufthansa Technik erreichen lässt, die Recyclingquote auf 75 % zu steigern. Weitere zentrale Richtlinien zur Umsetzung bestehen nicht. Im Rahmen ihrer Kreislaufwirtschaftsstrategie verfolgt Lufthansa Technik ein Leasing-Modell für Flugzeugkomponenten. Dieses Konzept ermöglicht es Fluggesellschaften der Lufthansa Group sowie Fremdfluggesellschaften, defekte Ersatzteile durch überholte Komponenten aus dem Komponentenpool von Lufthansa Technik zu ersetzen. Die Ersatzteile verbleiben im Eigentum von Lufthansa Technik und können anderweitig in baugleichen Modellen anderer Fluggesellschaften weiterverwendet werden. Auf diese Weise bleiben die Komponenten im Materialkreislauf erhalten. Durch die vertraglich vereinbarten Leasingmodelle sollen Ersatzteile effizienter genutzt werden.

Im Hinblick auf die Beschaffung und die Nutzung umweltfreundlicher Ressourcen ist Lufthansa Technik als MRO-Unternehmen in besonderem Maße an technische Vorgaben gebunden. Die verwendeten Materialien und Bauteile werden in der Regel direkt vom OEM bezogen und unterliegen strengen regulatorischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen. Daher ist ein gezielter Einkauf umweltfreundlicherer Materialien in vielen Fällen nicht möglich. Bei der Auswahl von Hilfs- und Betriebsstoffen oder Verpackungsmaterialien, die nicht über OEMs reguliert werden, wird auf umweltfreundlichere Alternativen geachtet. Ziel ist es, auch unter den bestehenden systemischen Einschränkungen kontinuierlich Verbesserungen im Sinne der Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit zu realisieren.

Lufthansa Technik wendet zudem angepasste R-Strategien zur Kreislaufwirtschaft bei verschiedenen Prozessen innerhalb ihrer Reparatur- und Instandhaltungsleistungen an. Das Leasing von Ersatzteilen und anderen austauschbaren Flugzeugkomponenten an Fluggesellschaften trägt dazu bei, Lagerbestände zu reduzieren und Materialien länger im Wirtschaftskreislauf zu halten. Die Verwendung von instandgesetzten und neu zertifizierten Bauteilen aus ausgemusterten Flugzeugen fördert den Aspekt der Wiederverwendung. Darüber hinaus werden Materialien wie Stahl und Aluminium aus ausgemusterten Flugzeugen dem Recycling zugeführt.

Ansätze von Lufthansa Cargo für Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Lufthansa Cargo verfolgt ein Kreislaufwirtschaftskonzept, das auf Ressourcenvermeidung, -reduzierung und -schonung abzielt. Das schließt im Luftfrachttransportsektor unabdingbare Lademittel und Ladehilfsmittel ein. Diese Artikel sind in der Regel für den Mehrfachgebrauch ausgelegt und werden erst dann zu Abfall, wenn sie nicht mehr reparierbar sind oder ihr Gültigkeitsdatum gemäß internationalen luftfrachtspezifischen Regularien abgelaufen ist. Einige Ladehilfsmittel sind aufgrund ihrer Beschaffenheit oder produktspezifischer Vorgaben aus Einwegmaterialien.

Für beide Materialkategorien – Mehrwegartikel wie Gurte, Netze oder Bretter und Einwegartikel wie Plastikfolien – hat Lufthansa Cargo konkrete Maßnahmen definiert, die sich an den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft orientieren: Erhöhung der Recyclingquoten durch Materialaustausch, Einführung geschlossener Kreislaufsysteme und Ressourcenschonung, Steigerung der Ressourceneffizienz durch Reduktion der verwendeten Materialien, Maximierung der Wiederverwendbarkeit im Rahmen bestehender Regularien sowie Durchführung von Upcycling-Projekten mit einzelnen Materialien.

Somit integriert Lufthansa Cargo auch auf Basis der beschriebenen Ansätze die R-Strategien zur Kreislaufwirtschaft in ihre gruppenweiten Lufttransportdienstleistungen. Ein Ansatzpunkt liegt auf der Reduktion von Primärrohstoffen, beispielsweise durch die Einführung von Plastikfolien mit einem Recyclinganteil von 10 %, die weltweit im Unternehmen genutzt werden. Darüber hinaus verfolgt Lufthansa Cargo eine maximale Nutzung von Containern, Paletten, Netzen, Brettern und Gurten bis zu deren Ablaufdatum oder bis sie nicht mehr verwendbar sind. Um Ressourcen effizient zu nutzen, werden Bretter, die nicht mehr genutzt werden dürfen oder können, am Standort Frankfurt vom Entsorger energetisch verwertet.

Bei Lufthansa Cargo werden Lademittel und -hilfsmittel kontinuierlich darauf überprüft, ob sie durch neue Materialien ersetzt werden können, die Verbesserungen in Bezug auf Gewichtseinsparung, Haltbarkeit, Reparierbarkeit und weitere kreislaufwirtschaftsbezogene Aspekte bieten.

Beim Einsatz von Leichtgewichtcontainern aus Faserverbundstoffen anstelle von Aluminiumcontainern steht die Einsparung von Kerosin und damit die Reduktion der CO2-Emissionen im Vordergrund. Für Lufthansa Cargo und ihre Tochtergesellschaften hat die möglichst langfristige Nutzung von Lademitteln einen hohen Stellenwert. Daher steht die Optimierung der Lebensdauer eines Leichtgewichtcontainers unter Berücksichtigung der Regularien der International Air Transport Association (IATA) und der Programme zum Bau und sorgsamen Umgang mit zertifizierten Containern und Paletten im Fokus. Gegenläufig zum gesparten Kerosin durch den Einsatz von Leichtgewichtcontainern steht nach Ende der Lebensdauer die Entsorgung. Diese erfordert eine differenziertere Betrachtung, um in Zukunft stärker den Aspekt der Kreislaufwirtschaft auch in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Daher erkennen Lufthansa Cargo und ihre Tochtergesellschaften die Bemühungen der IATA an, zusammen mit der Industrie eine Produktlebenszyklusbewertung für Leichtgewichtcontainer durchzuführen.

Die beschriebenen Grundsätze werden entweder durch vertragliche Vereinbarungen weltweit oder durch eigene Initiativen vor allem an den größten Cargo-Drehkreuzen in Frankfurt und München umgesetzt. Dabei werden verschiedene Interessengruppen wie Hersteller, Lieferanten, Entsorger, Dienstleister und eigene Mitarbeitende eingebunden. Zudem kooperiert Lufthansa Cargo mit lokalen Werk- und Bildungsstätten und ist auch in Arbeitsgruppen zum Thema Kreislaufwirtschaft im Branchenverband IATA aktiv. An diesen Arbeitsgruppen nehmen Vertretende von Lufthansa Cargo teil und tauschen sich hier mit anderen Branchenvertretenden aus.

Lufthansa Cargo verankert Anforderungen der Kreislaufwirtschaft verbindlich in ihren Verträgen mit Lieferanten und Servicepartnern, um nachhaltige Standards entlang der gesamten Lieferkette zu ermöglichen. Ein zentraler Bestandteil ist der stetige Austausch und die Zusammenarbeit mit der Jettainer GmbH, der für die Serviceleistung im Lademittelmanagement verantwortlichen Tochtergesellschaft. Gemeinsam mit den Herstellern werden ressourcenschonendere Materialien entwickelt und getestet, um diese bei erfolgreicher Erprobung in den Betrieb zu integrieren. Ein Beispiel aus diesem Bereich ist die Suche nach leichteren Schwerlastböden.

Die Einhaltung und Umsetzung des Kreislaufwirtschaftskonzepts wird durch den Vorstand der Lufthansa Cargo verantwortet und von Expertinnen und Experten aus den Bereichen Environmental Management und Corporate Responsibility, Logistics Procurement und Global Fulfillment Management umgesetzt.

E5-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Maßnahmen der Passagier-Airlines orientieren sich an den R-Strategien

Die Passagier-Airlines der Lufthansa Group haben diverse Maßnahmen entlang des Beschaffungsprozesses und der Betriebsabläufe während sowie nach dem Flug definiert.

Ersetzen: Austausch von Einwegmaterialien vorantreiben

Im Beschaffungsprozess steht der Austausch von Einwegplastik und -aluminium im Fokus. Im Einkauf werden so weit wie möglich nachwachsende und recycelbare Materialien beschafft.

Im Berichtsjahr hat Brussels Airlines Einwegaluminiumschalen für Salat und Desserts in der Economy Class durch Bagasse-Schalen ersetzt. Bagasse, ein Nebenprodukt der Zuckerrohrverarbeitung, dient als umweltfreundlichere Alternative zu Aluminium bei der Essensausgabe. Weitere Einsatzmöglichkeiten bei Lufthansa Airlines wurden im Berichtsjahr geprüft und eine weitere Verwendung wird im Jahr 2026 konzeptionell ausgearbeitet.

Bei SWISS wurden Einwegaluminiumschalen für Salat und Desserts in der Economy Class durch Mehrwegschalen für den zweiten Service ersetzt und auch der Apero-Service in der Economy Class wird fortan in Mehrwegschalen serviert.

Seit September 2025 verpacken SWISS und Edelweiss ihre Decken und Kopfhörer ebenfalls in Papier statt in Plastik. Durch Umsetzung dieser Maßnahme wurden ganzheitlich die Decken- und Kopfhörerverpackungen bei Lufthansa Airlines, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines und Edelweiss von Plastik auf Papier umgestellt.

Brussels Airlines und Air Dolomiti haben im Berichtsjahr ihre Plastikbecher in der Economy Class durch Papierbecher ersetzt. SWISS und Eurowings haben einen Papierbecher eingeführt, der mit weniger Plastikbeschichtung auskommt und weniger als 1 % Polymer verwendet.

Reduzieren: Ressourceneinsatz verringern und Abfallströme analysieren

Im Jahr 2025 wurden verschiedene Services eingeführt und erweitert, um den Ressourcenverbrauch im Bordbetrieb zu reduzieren. So werden zum Beispiel in der SWISS Business-Class-Artikel aus dem Amenity-Kit nur noch auf Anfrage ausgeteilt. Kleinere Artikel, wie die Verpackungen der Erfrischungstücher auf der Langstrecke, werden bei SWISS, Austrian Airlines und Edelweiss auf Papierverpackungen umgestellt, und mithilfe einer wiederverwendbaren Zange ausgeteilt, um den Einsatz von Einwegmaterialien oder nicht nachwachsenden Rohstoffen weiter zu minimieren. Zur Erhöhung der Ressourceneffizienz und Transparenz in den Betriebsabläufen nach dem Flug analysiert die Lufthansa Group Abfallströme, insbesondere im Bereich Lebensmittelabfälle. Eine zentrale Maßnahme ist beispielsweise die kontinuierliche Analyse der Passagier-Airlines, die den Lebensmittelverbrauch untersucht. Mit dem „Lufthansa Group’s mobile Tray Tracker“ wurde eine durch künstliche Intelligenz unterstützte Technologie entwickelt, um den Lebensmittelverbrauch auf ankommenden Flügen zu analysieren. Durch die Kategorisierung der Essenstabletts und die Erkennung unangetasteter Mahlzeiten wird zusätzlich ermittelt, wie viel Lebensmittelabfall entsteht. Ziel ist es, mittels Datenanalyse, Visualisierung und Mustererkennung fundierte Beladungsentscheidungen zu ermöglichen, die den Abfall reduzieren. Auf Basis dieser gewonnenen Erkenntnisse und dem strukturell erhobenen Feedback von Kabinencrews konnten im Berichtsjahr beispielsweise bei SWISS und Austrian Airlines auf den Nachtflügen von Boston und Bangkok die jeweiligen Beladungen angepasst werden, um Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Recycling: Materialien recyceln

Die Lufthansa Group hat Airline-spezifische Recycling-Leitfäden für die Kabinencrews eingeführt, die konzernweit bei allen Passagier-Airlines eingesetzt werden. Nachdem im Geschäftsjahr 2024 aufgrund der Initiative von Eurowings das PET-Recycling am Flughafen Düsseldorf ermöglicht wurde, konnte diese Möglichkeit im Geschäftsjahr 2025 auf die Stationen in Stuttgart, Berlin, Nürnberg und Mallorca ausgeweitet werden.

Lufthansa Airlines hat in Zusammenarbeit mit ihrem Material-Partner insgesamt 52.684 Tonnen (Vorjahr: 44.886 Tonnen) an Textilien in Recyclingprozesse überführt. Diese Prozesse sind seit 2025 auch bei SWISS und Austrian Airlines etabliert.

Austrian Airlines hat im Berichtsjahr einen separaten Sammelprozess für ihre Plastikbecher an Bord eingeführt und lässt sie mechanisch recyceln, um daraus wieder neue Plastikbecher zu produzieren und die Materialien in einem geschlossenen Kreislauf zu halten. Edelweiss hat ihre Kabinencrews angewiesen, die Kunststoffverschlussplomben an Bordservicewagen separat zu sammeln, um sie in Recyclingprozesse zu überführen.

Lufthansa Technik legt den Schwerpunkt auf Recyclingmaßnahmen

Die einzelnen Standorte der Lufthansa Technik verfolgen neben gesetzlich geregelten Entsorgungsvorgaben lokal angepasste Maßnahmen, um das Ziel, die Recyclingquote bis 2025 auf 75 % zu steigern, zu erreichen. Im Rahmen dieser Bestrebungen werden unter der Berücksichtigung geltender Regulierung gruppenweit metallische Wertstoffe wie Stahl gezielt an spezialisierte Recyclingunternehmen veräußert. Diese Vorgehensweise trägt nicht nur zur Optimierung der Ressourcennutzung und zur Steigerung der Recyclingquote bei, sondern generiert zugleich wirtschaftliche Vorteile durch die Veräußerung der Metallabfälle an Recyclingunternehmen sowie die Verringerung der Entsorgungskosten. Lufthansa Technik ist zudem aktiv bei der Wiederverwendung von Komponenten aus Flugzeugen, die nicht mehr im Betrieb sind und führt diese nach der Instandhaltung als zertifizierte Ersatzteile in den Komponentenkreislauf zurück.

Lufthansa Cargo setzt auf Ressourcenschonung bei ihren Frachtkapazitäten

Die Maßnahmen von Lufthansa Cargo und ihren Tochtergesellschaften zur Ressourcenschonung betreffen die gesamten Frachtkapazitäten sowohl auf Fracht- als auch auf Passagierflügen von Lufthansa Airlines, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines und SunExpress sowie den Weitertransport am Boden durch Lastkraftwagen. An den Standorten, an denen Dienstleister die Abfertigung von Fracht durchführen, werden Anforderungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft durch vertragliche Vereinbarungen nachgehalten. Neben den eigenen Mitarbeitenden werden auch Hersteller und Lieferanten, Abfertigungspartner sowie lokale Institutionen wie Werk- und Bildungsstätten eingebunden.

Die im Geschäftsjahr 2024 durchgeführten Tests mit einer biologisch abbaubaren Folie zur Ladungssicherung hat positive Ergebnisse gezeigt. Konkrete Nachhaltigkeitskriterien wie der Recyclinganteil oder die biologische Abbaubarkeit können daher in Ausschreibungen explizit berücksichtigt werden. Des Weiteren ist die im Vorjahr getestete Rückführung von Gurten zur Ladungssicherung von Lufthansa Cargo und ihren Tochtergesellschaften an den Hersteller zum Standardprozess geworden. Der Hersteller prüft die Gurte und gibt nutzbare Gurte an Lufthansa Cargo zurück. Nicht mehr verwendbare oder abgelaufene Gurte werden an soziale Werkstätten weitergegeben, in denen die Materialien getrennt und stofflich verwertet werden. Darüber hinaus wird seit Januar 2023 ein Netz für die Ladungssicherung auf kleineren Paletten verwendet, das etwa 10 Kilogramm leichter ist als die vorher genutzten Netze. Die vorgesehene Ausweitung auf größere Paletten konnte im Jahr 2025 nicht umgesetzt werden, weil die leichteren Netze noch nicht vollständig die höheren Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen für schwerere Lasten auf größeren Paletten erfüllen. Die Umsetzung ist daher für 2026 geplant