Strategie und Governance

E1-1 – Übergangsplan für den Klimaschutz

Die Lufthansa Group hat sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt. Mit der SBTi-Validierung im Jahr 2022 war die Lufthansa Group die erste Airline-Gruppe in Europa und die zweite weltweit mit einem wissenschaftlich fundierten CO₂-Reduktionsziel, das im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens von 2015 steht.

Die Lufthansa Group ist verpflichtet, über ihre taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Wirtschaftsaktivitäten zu berichten. Der Reduktionspfad der Lufthansa Group für Treibhausgasemissionen hebt hervor, dass insbesondere die Anschaffung von Flugzeugen der neuesten Generation zu einem Anstieg an taxonomiefähigen beziehungsweise taxonomiekonformen Investitionen (CapEx) führt. So haben die Flottenerneuerungspläne – beschrieben unter der Vier-Säulen-Strategie der Lufthansa Group zum Klimaschutz im Abschnitt E1-2 – und die hierzu geplanten Maßnahmen – einen direkten Einfluss auf die Taxonomiekennzahlen. Für die Aktivität 6.19 Personen- und Frachtflugverkehr innerhalb des Umweltziels 1 – Klimaschutz weist die Lufthansa Group taxonomiefähige Investitionen in Höhe von 4.666 Mio. EUR auf, was 86 % der Gesamtinvestitionen ausmacht. Taxonmiekonform innerhalb der Aktivität 6.19. sind 3.752 Mio. EUR oder 69 % der gesamten Investitionen der Lufthansa Group. Des Weiteren entfallen 3.588 Mio. EUR taxonomiefähige Betriebsausgaben (OpEx) – und damit 92 % der gesamten OpEx der Lufthansa Group – auf diese Aktivität, wovon 1.274 Mio. EUR oder 33 % als taxonomiekonform ausgewiesen werden. Ein CapEx-Plan wird im Taxonomiebericht nicht offengelegt, jedoch sind die genauen Angaben zu CapEx/OpEx/Umsatz aufgeführt. ↗ Anwendbarkeit und Angaben gemäß EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 ⁠–⁠ ⁠6.19 Personen- und Frachtluftverkehr.

Die Lufthansa Group ist ein Luftfahrtunternehmen, das Einnahmen unter anderem durch die Beförderung von Passagieren und Fracht erzielt. Aus diesem Grund stellen die Flugzeuge die wichtigsten Vermögenswerte des Unternehmens dar. Aktuell wird zur Erbringung dieser Transportdienstleistungen erdölbasierter Kraftstoff eingesetzt, dessen Verbrennung zu Treibhausgasemissionen führt. Folglich entstehen durch den Kauf und Betrieb von Flugzeugen Treibhausgasemissionen. Maßnahmen wie die Erneuerung der Flotte verringern die Treibhausgasemissionen im Betrieb. Darüber hinaus trägt der Einsatz von SAF – beispielsweise aus biogenen Reststoffen – dazu bei, gebundene Treibhausgasemissionen zu verringern. Treibhausgasemissionen im Bereich der Transportdienstleistungen werden zudem substanziell durch neue konventionelle Antriebe gemindert, die eine deutlich bessere Treibstoffeffizienz gegenüber den Vorgängergenerationen aufweisen. Die Lufthansa Group verfolgt über den Bereich Aircraft Evaluation und Market Intelligence intensiv die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien (elektrisch, hybridelektrisch, wasserstoffbasiert) für die Kurzstrecke, um marktfähige Lösungen im Blick zu behalten. Solche Technologien sind derzeit noch nicht auf dem Markt verfügbar.

Der Klimaschutz-Übergangsplan der Lufthansa Group steht in engem Zusammenhang mit der Finanzplanung. Die Flottenerneuerung ist ein wichtiger Hebel für die Lufthansa Group als Maßnahme gegen den Klimawandel und erfordert jedes Jahr hohe Investitionen. Daher hängen die erreichbare Treibstoffeffizienz und die entsprechenden Reduzierungen von Treibhausgasemissionen von der Höhe der Investitionen und der Verfügbarkeit neuer Flugzeuge ab. Zwischen der Abteilung Corporate Responsibility und der für die Flottenerneuerung zuständigen Abteilung findet ein stetiger Austausch statt. Der Übergangsplan wurde zusammen mit der Konzernstrategie erarbeitet, in einer gesonderten Vorstandssitzung dem Vorstand vorgestellt und von ihm genehmigt.

Maßnahmen zur Steigerung der Treibstoffeffizienz und damit zur Reduzierung der spezifischen Treibhausgasemissionen werden kontinuierlich umgesetzt. Die Fortschritte bei der Umsetzung dieser Maßnahmen und die Verfolgung ihrer Wirksamkeit werden vom Flugbetrieb überwacht und der für den Übergangsplan zuständigen Abteilung Corporate Responsibility gemeldet. Die Entwicklung der CO2-Intensität (SBTi KPI) wird jährlich nachverfolgt und im weiteren Verlauf des Kapitels erläutert. Während sich der aktuelle Übergangsplan auf den Flugbetrieb konzentriert, befinden sich ergänzende Dekarbonisierungsmaßnahmen für den Betrieb am Boden, einschließlich Gebäude und Fahrzeuge, in Entwicklung.

Die Lufthansa Group ist nicht von den abgestimmten EU-Referenzwerten gemäß Pariser Klimaschutzabkommen ausgenommen.

ESRS 2 GOV-3 – Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme

Die Emissionsreduktionsziele der Lufthansa Group sind fester Bestandteil der Konzernstrategie und werden im Rahmen der mehrjährigen variablen Vergütung („Long Term Incentive“, LTI) für die Mitglieder des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG regelmäßig berücksichtigt.

Abgeleitet aus der aktuellen Unternehmensstrategie, wonach sich die Reduktionsziele der Treibhausgasemissionen analog zum Zielsystem der validierten SBTi-Ziele am Indikator Gramm CO2 pro Revenue-Tonnenkilometer orientieren, hat der Aufsichtsrat die Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen als Schwerpunkt für die strategischen Ziele und Nachhaltigkeitsziele im Rahmen der mehrjährigen variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2025 (LTI 2025) festgelegt. Das Umweltziel geht mit 20 % in die Zielerreichung des LTI 2025 ein.