Kennzahlen und Ziele

E1-4 – Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
Wissenschaftlich fundierte CO₂-Reduktionsziele untermauern Klimaschutzambitionen

Die Lufthansa Group hat sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt. Mit der SBTi-Validierung im Jahr 2022 war die Lufthansa Group die erste Airline-Gruppe in Europa und die zweite weltweit mit einem wissenschaftlich fundierten CO₂-Reduktionsziel im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015. Gemäß SBTi-Kriterien hat sich Lufthansa Group das Ziel gesetzt, ihre CO₂-Intensität, das heißt ihre CO₂-Emissionen in Gramm CO2 pro Revenue-Tonnenkilometer (Passagier und Fracht), von 2019 bis 2030 um 30,6 % zu reduzieren. Die Lufthansa Group richtet ihre Ziele zur Verringerung der Treibhausgasemissionen durch das SBTi-Ziel an dem politischen Ziel aus, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen – wie im Pariser Abkommen festgelegt.

Das SBTi-Ziel der Lufthansa Group wird ergänzt durch ein Netto-null-Ziel für 2050 und ein Netto-Emissionsziel von ⁠–⁠50 % für 2030 gegenüber 2019, die dazu beitragen sollen, die globale Erwärmung auf nur 1,5 °C zu begrenzen, wie vom IPCC dargelegt. Das Jahr 2019 diente als Basisjahr, da dies zum Zeitpunkt der Zielsetzung das letzte Betriebsjahr ohne Auswirkung der Corona-Krise auf die Emissionen war. Die Ziele zur Verringerung der CO2-Emissionen berücksichtigen auch künftige Entwicklungen, wie das Wachstum des Flugangebots unter Verwendung der aktuellen unternehmensweiten Wachstumsszenarien. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen für den Bodenbetrieb das Ziel gesetzt, in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Die Lufthansa Group hat ihre Treibhausgas-Emissionsreduktionen kombiniert. Das validierte SBTi-Ziel für den Flugbetrieb deckt Scope 1 Flug sowie Scope 3, Kategorie 3 ab.

Das Klimaschutzziel für den Bodenbetrieb deckt die marktbasierten Scope-2-Emissionen durch Stromverbrauch ab.

Der Mitigationspfad der Lufthansa Group bezieht die Geschäftsentwicklung mit ein und prognostiziert die Minderungsbeträge der Einzelmaßnahmen. Dabei berücksichtigt der Pfad die wichtigsten Hebel, auf deren Basis die Lufthansa Group den Flugbetrieb dekarbonisieren und ihre Ziele erreichen möchte. Er wird von zahlreichen Investitionen und Partnerschaften flankiert, um kurz- bis mittelfristig die Emissionsreduzierung und die Entwicklung der langfristig benötigten Technologien voranzutreiben.

Steuerung der SBTi-Ziele ist im Unternehmen verankert

Die Entwicklung der Strategie und die Ausgestaltung der Reduktionsziele für die Fluggesellschaften der Lufthansa Group obliegt der Abteilung Corporate Responsibility in enger Zusammenarbeit mit den relevanten Geschäftsbereichen und Fachabteilungen. Der Vorstand hat die übergeordnete Aufsicht über die Klima- und Umweltstrategie, die Organisation, das Management und die Umsetzung. Die Ziele sind mit dem ESG-Reporting-Team des Konzerns abgestimmt, um den Grad der Zielerreichung aus dem Treibhausgasinventar abzuleiten.

Beitrag der einzelnen Dekarbonisierungshebel ist quantifiziert

Die Lufthansa Group hat mehrere Dekarbonisierungshebel identifiziert, die innerhalb der Vier-Säulen-Strategie und der ergriffenen Maßnahmen beschrieben wurden. Für die Dekarbonisierungshebel quantifiziert die Lufthansa Group die folgenden Beiträge zur Erreichung des SBTi-Ziels im Jahr 2030:

  • Die Flottenerneuerung führt zu einer Treibhausgas-Emissionsreduktion pro Revenue-Tonnenkilometer (RTK) von prognostizierten 15,3 % auf der Grundlage heutiger Rahmenbedingungen wie der Liefertreue der Flugzeughersteller. 
  • Betriebliche Effizienzmaßnahmen führen zu einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen pro RTK um prognostizierte 3,9% auf Grundlage heutiger Rahmenbedingungen wie der vernetzten Nutzung des europäischen Luftraums. 
  • Die Verwendung von SAF führt zu einer zusätzlichen Verringerung der Treibhausgasemissionen pro RTK um prognostizierte 3,4 % auf der Grundlage heutiger Rahmenbedingungen wie der Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Flugtreibstoffe. 

Zur Erreichung der Netto-Klimaschutzziele setzt die Lufthansa Group neben den Dekarbonisierungshebeln auf die Unterstützung von zertifizierten Klimaschutzprojekten.

Fortschritt der Zielerreichung wird jährlich erfasst

Die gesamte Reduktion der Treibhausgasemissionen pro RTK im Vergleich zum Basisjahr 2019 (SBTi KPI) über alle Maßnahmen hinweg betrug im Berichtsjahr 7,1 % (Vorjahr: 3,8 %).

Die Reduktion wurde durch die kontinuierliche Modernisierung der Flotte, die Nutzung nachhaltiger Flugtreibstoffe und die Einführung weiterer Effizienzmaßnahmen erreicht. Durch den Ausbau der Angebote und Services für nachhaltigeres Fliegen für Kundinnen und Kunden konnten im Vergleich zum Vorjahr zusätzlich CO2-Emissionen eingespart werden. 

Die Reduktion liegt derzeit unter den ursprünglichen Erwartungen zum Zeitpunkt der Zieldefinition. Dominierende Einflussfaktoren waren die Verzögerungen bei der Auslieferung moderner Flugzeuge, weshalb die Flottenerneuerung nicht wie ursprünglich geplant umgesetzt werden konnte. Zusätzlich erfordern die aktuellen geopolitischen Konflikte, wie zwischen Russland und der Ukraine sowie die Lage im Nahen Osten, weiträumige Luftraumsperrungen. Diese haben in den letzten Jahren zu teils erheblichen Umwegen, Flugzeiterhöhungen und einem erhöhten Treibstoffverbrauch auf betroffenen Strecken geführt. Im Geschäftsjahr 2026 ist eine Revalidierung des SBTi-Ziels geplant.

Umgang mit weiteren klimawirksamen Gasen bleibt noch offen

Für klimawirksame Nicht-CO2-Gase hat die Lufthansa Group bislang keine Ziele definiert. Derzeit laufen Forschungsarbeiten, um einen einheitlichen Standard zur Umrechnung in CO2-Äquivalente (CO2eq) oder eine andere adäquate Metrik zu entwickeln. Anschließend können Ziele von der Lufthansa Group definiert und gesetzt werden. Weder die Forschung noch der Gesetzgeber haben in Bezug auf die zu verwendenden Parameter und den zu betrachtenden Zeitraum der Wirkung bisher eine eindeutige Festlegung getroffen.

Energiebezogene Ziele für die Bodenmobilität werden überarbeitet

Im Rahmen einer Überarbeitung des Zielsystems befinden sich die Bodenmobilitätsziele aktuell in Überprüfung. Der Zeitpunkt des Abschlusses des Überarbeitungsprozesses steht derzeit noch nicht fest. Bis dahin verfolgt die Lufthansa Group weiterhin die Ambition, bis zum Jahr 2030 in der Bodenmobilität CO2-Neutralität zu erreichen. Die Ambition folgt keinem definierten sektoralen Pfad und ist nicht als 1,5‑Grad‑kompatibel verifiziert. Die Lufthansa Group verfolgt die Wirksamkeit der Maßnahmen im Kontext der Bodenmobilität systematisch. Dazu dient ein jährliches Monitoring zentraler Energie‑ und Verbrauchsindikatoren wie Diesel‑, Benzin‑, Erdgas‑ und Stromverbräuche. Die Auswertung dieser Daten ermöglicht es, Entwicklungen im Energieverbrauch nachzuvollziehen und den Beitrag der Maßnahmen zur Reduktion des Energiebedarfs und damit zur Ambition einer CO₂‑neutralen Bodenmobilität bis 2030 zu bewerten.

E1-5 – Energieverbrauch und Energiemix

Die Lufthansa Group erfasst und analysiert jährlich ihren weltweiten Energieverbrauch. Die Energieverbräuche sind als Kennzahl für die Lufthansa Group von hoher Bedeutung – zum einen als Grundlage zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks sowie zur Überprüfung der Wirksamkeit von ergriffenen Energiereduktionsmaßnahmen, zum anderen, da die Lufthansa Group in als klimaintensiv eingestuften Sektoren tätig ist. Als klimaintensive Sektoren sind sowohl der Passagier- und Frachtverkehr im Luftverkehr als auch Aktivitäten von Lufthansa Technik im Segment „Maintenance, Repair & Overhaul (MRO)“ eingestuft. Eine Übersicht über die ESRS-Sektoren ist in ↗ ESRS 2 Allgemeine Angaben - Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette dargestellt.

Die folgende Tabelle bietet einen detaillierten Überblick über die Energieträger und deren Verbräuche über alle Geschäftsbereiche des Unternehmens hinweg.

T058 ESRS E1-5 | AR34 Energieverbrauch und Energiemix im Jahr 2025
      2025 2024
         
(1)     Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen MWh 110.192.025 109.875.298
(2)     Brennstoffverbrauch aus Erdgas MWh 151.293 122.282
(3)     Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellen MWh - -
(4)     Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus fossilen Quellen MWh 283.708 213.602
(5)     Gesamtverbrauch fossiler Energie MWh 110.627.026 110.211.182
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch % 98,3 99,6
(6)      Verbrauch aus nuklearen Quellen MWh 0 0
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch % 0,0 0,0
(7)     Brennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfällen biologischen Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen usw.)1) MWh 1.703.268 247.319
(8)     Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen MWh 192.241 220.819
(9)    Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie MWh 1.895.509 468.137
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch % 1,7 0,4
Gesamtenergieverbrauch MWh 112.522.535 110.679.319
         
1) Im Berichtsjahr erfolgte eine Anpassung der Berechnungsmethodik für diesen Datenpunkt; weiterführende Erläuterungen finden sich im Fließtext.

Die Kennzahl zum Brennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen, einschließlich Biomasse, umfasst auch Sustainable Aviation Fuel (SAF). Im Berichtsjahr wurde die Methodik zur Berechnung der SAF-Menge gegenüber dem Vorjahr aufgrund regulatorischer Anforderungen aus RefuelEU Aviation angepasst. Während im Vorjahr die ausgewiesenen SAF-Energieverbräuche auf verkauften Mengen basierten, bildete im Berichtsjahr die gelieferte SAF-Menge gemäß behördlicher Berichtssystematik die Basis. Ebenso wurden bislang nicht berichtete SAF-Mengen berücksichtigt. Die Lufthansa Group erhielt im Berichtsjahr 13 Mio. EUR aus dem EU-Emissionshandelssystem zur Kofinanzierung der Verwendung von förderfähigem SAF (förderfähige Flugkraftstoffe gemäß der delegierten Verordnung 2025/723 FEETS).

Neben den absoluten Energieverbräuchen berechnet die Lufthansa Group die Energieintensität für die klimaintensiven Sektoren. Diese betrug für das Jahr 2025 2,7 KWh pro Euro Umsatz (Vorjahr: 2,7 KWh pro Euro Umsatz).

Eine detaillierte Beschreibung der Berechnungsmethoden für die Energieverbräuche sowie der Energieintensität sind unter ↗ Berechnungsgrundlagen im Jahr 2025 – Umwelt aufgeführt.

E1-6 – THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen
CO2-Fußabdruck gemäß Greenhouse Gas Protocol wird jährlich ermittelt

Die Lufthansa Group ermittelt jährlich ihren CO2-Fußabdruck. Der „Carbon Footprint“ der Lufthansa Group bildet die Summe aller durch ihre betrieblichen Aktivitäten verursachten Kohlenstoffdioxid- und anderen Treibhausgasemissionen gemäß den international anerkannten Standards des Greenhouse Gas Protocol ab, inklusive der wesentlichen Emissionen aus der Lieferkette. Um größtmögliche Transparenz und Vergleichbarkeit für alle Anspruchsgruppen herzustellen, wird der Carbon Footprint jährlich von einer unabhängigen externen Prüfungsorganisation verifiziert und unter anderem über die Teilnahme am anerkannten CDP-Rating auch detailliert kommuniziert. Eine genaue Beschreibung der Veränderungen sowie die Auswirkungen auf den Carbon Footprint sind beschrieben unter ↗ Berechnungsgrundlagen im Jahr 2025 – Umwelt.

Die CO2-Emissionen des Jahres 2025 sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

T059 ESRS E1-6 | AR48 Treibhausgasemissionen im Jahr 2025
        Rückblickend Etappenziele und Zieljahre
      Basisjahr
(2019)
2024 2025 Veränderung in % 2025 2030 Jährlich % des Ziels/
Basisjahr
                   
Scope-1-Treibhausgasemissionen                
Scope-1-THG-Bruttoemissionen Tsd. t CO2e 33.349 29.159 29.556 1 n/a siehe E1-4 Ziele n/a
Prozentsatz der Scope-1-Treibhausgasemissionen aus regulierten
Emissionshandelssystemen
% 26 33 33 0 n/a n/a n/a
Scope-2-Treibhausgasemissionen                
Standortbezogene Scope-2-
THG-Bruttoemissionen
Tsd. t CO2e 260 124 129 4 n/a n/a n/a
Marktbezogene Scope-2-
THG-Bruttoemissionen
Tsd. t CO2e 200 49 72 47 n/a siehe E1-4 Ziele n/a
Signifikante Scope-3-
Treibhausgasemissionen
               
Gesamte indirekte (Scope-3-)
THG-Bruttoemissionen
Tsd. t CO2e 10.589 13.734 15.593 14 n/a n/a n/a
(1) Erworbene Waren und
Dienstleistungen
Tsd. t CO2e 12 3.326 3.209 ⁠-⁠4 n/a n/a n/a
(2) Investitionsgüter Tsd. t CO2e 806 301 348 16 n/a n/a n/a
(3) Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (nicht in Scope 1 oder Scope 2 enthalten) Tsd. t CO2e 7.893 6.313 6.346 1 n/a siehe E1-4 Ziele n/a
(4) Vorgelagerter Transport und Vertrieb Tsd. t CO2e 1.441 1.821 2.455 35 n/a n/a n/a
(5) Abfallaufkommen in Betrieben Tsd. t CO2e 271 12 10 ⁠-⁠17 n/a n/a n/a
(6) Geschäftsreisen Tsd. t CO2e 63 46 78 70 n/a n/a n/a
(7) Pendelnde Arbeitnehmer Tsd. t CO2e 38 58 80 38 n/a n/a n/a
(8) Vorgelagerte geleaste
Wirtschaftsgüter
Tsd. t CO2e n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a
(9) Nachgelagerter Transport Tsd. t CO2e n/a 1 1 0 n/a n/a n/a
(10) Verarbeitung verkaufter Produkte Tsd. t CO2e n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a
(11) Verwendung verkaufter Produkte Tsd. t CO2e n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a
(12) Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer Tsd. t CO2e n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a
(13) Nachgelagerte geleaste
Wirtschaftsgüter
Tsd. t CO2e 65 631 422 ⁠-⁠33 n/a n/a n/a
(14) Franchises Tsd. t CO2e n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a
(15) Investitionen Tsd. t CO2e n/a 1.225 2.645 116 n/a n/a n/a
THG-Emissionen insgesamt                
THG-Emissionen insgesamt
(standortbezogen)
Tsd. t CO2e 44.198 43.017 45.278 5 n/a siehe E1-4 Ziele* 141)
THG-Emissionen insgesamt
(marktbezogen)
Tsd. t CO2e 44.138 42.942 45.221 5 n/a siehe E1-4 Ziele* 141)
                   
1) Bezieht sich auf Scope 1 und Scope 3, Kategorie 3 und ist variabel in Abhängigkeit vom unterstellten RTK-Wachstum bis 2030.

Beim Carbon Footprint Scope 3, Kategorie 15 kommt es zu hohen Abweichungen im Vergleich zum Vorjahr durch die erstmalige Aufnahme der im Jahr 2025 erfolgten Beteiligung an der ITA.

Neben den Treibhausgasemissionen aus fossilen Energieträgern berechnet die Lufthansa Group auch die Emissionen, die durch die Verbrennung biogener Energieträger, insbesondere SAF, entstehen. Diese betragen für das Jahr 2025 in Scope 1 440.372t CO2e (Vorjahr: 63.741 t CO2e) und 53.020 t CO2e für Scope 3 (Vorjahr: Die Daten für das Geschäftsjahr 2024 sind nicht verfügbar, da sie im Geschäftsjahr 2025 zum ersten Mal erhoben wurden). Für Scope 2 gibt es keine biogenen Emissionen. Die Vergleichbarkeit zwischen den Scope-1‑Emissionen zwischen den Berichtsjahren 2024 und 2025 ist infolge einer methodischen Anpassung bei der Erfassung der SAF‑Mengen begrenzt. Dieser Methodikwechsel wird im Kapitel ↗ E1-5 – Energieverbrauch und Energiemix beschrieben.

Analog zur Energieintensität berichtet die Lufthansa Group auch ihre CO2-Intensität. Wie viele Tonnen CO2-Äquivalente pro Million Euro Umsatz ausgestoßen werden, ist in der folgenden Tabelle aufgeführt.

T060 ESRS E1-6 | 54 THG-Intensität pro Nettoerlös im Jahr 2025
      2025 2024
         
THG-Gesamtemissionen (standortbezogen) pro Nettoerlös1) t CO2e/MEUR 1.143 1.145
THG-Gesamtemissionen (marktbezogen) pro Nettoerlös1) t CO2e/MEUR 1.142 1.143
         
1) siehe ↗ T162 Segmentinformationen nach den berichtspflichtigen Segmenten 2025.
E1-7 – Abbau von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Gutschriften
Lufthansa Group bezieht Beiträge zu Klimaschutzprojekten zur CO2-Vermeidung oder Entfernung ein, um freiwilliges Klimaziel zu erreichen

Über das SBTi-Ziel hinaus verfolgt die Lufthansa Group das Ziel, ihre die Netto-CO₂-Emissionen bis 2030 um 50 % gegenüber dem Jahr 2019 zu senken. Die Unterstützung von Klimaschutzprojekten zur Vermeidung oder Entfernung von CO₂-Emissionen ist dabei einbezogen und unterstützt das Erreichen dieses Klimaziels maßgeblich. Die Beiträge fließen in ein Klimaschutzprojekt-Portfolio, das Projekte in verschiedenen Ländern der Welt, beispielsweise in Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz, beinhaltet. Aktuell wird die Lufthansa Group dabei unter anderem von den Organisationen myclimate, Climate Austria, SQUAKE, Climeworks, Ceezer und ClimatePartner unterstützt. Das Projektportfolio beinhaltet moderne, technologiebasierte Projekte wie CarbonCure’s Sustainable Concrete (Abscheidung von CO₂ und langfristige Speicherung in Beton) und Biochar (CO2-Entfernung durch Pflanzenkohle). Die Lufthansa Group fördert damit die Entwicklung des Marktes von Klimaschutzprojekten zur CO2-Vermeidung oder Entfernung hin zu neuen Technologien und Angeboten mit langfristiger Bindung von CO2. Die Beiträge erfolgen durch die Fluggäste über entsprechende Angebote zum nachhaltigeren Fliegen wie dem „Green Fares“-Flugtarif, den die Fluggesellschaften der Lufthansa Group Lufthansa Airlines, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Edelweiss, Discover Airlines und Air Dolomiti anbieten. Neben den in diesem Bericht beschriebenen freiwilligen Aktivitäten nimmt die Lufthansa Group auch an CORSIA als verpflichtendem Kompensationssystem in der Luftfahrtbranche teil. Langfristig strebt die Lufthansa Group an, unter anderem mithilfe dieser Maßnahmen, bis 2050 eine neutrale CO2-Bilanz zu erreichen.

Die Reduktion von Emissionen durch Maßnahmen wie Flottenmodernisierung, operative Effizienzverbesserung und dem Einsatz von SAF sind mit hohen Kosten verbunden. Als eine schwer zu dekarbonisierende Branche wird der Luftverkehr langfristig auf den Einsatz von CO2-Zertifikaten angewiesen sein.

Durch die Nutzung von CO2-Gutschriften werden Maßnahmen, die dazu beitragen, eine Entstehung von Treibhausgasen von vornherein zu vermeiden, wie beispielsweise die Modernisierung der Flotte, nicht behindert. Investitionen in operative Maßnahmen werden gegenüber CO2-Gutschriften als Reduktionsmaßnahme priorisiert. Auf Basis des aktuellen technischen Stands sind die über bereits umgesetzten Maßnahmen hinausgehenden Reduktionsmaßnahmen für die Lufthansa Group derzeit nicht wirtschaftlich. Daher sind CO2-Gutschriften als Instrument zur Kompensation unverzichtbar, um die Emissionsziele zu erreichen. Darüber hinaus werden CO2-Gutschriften von Kundinnen und Kunden gekauft und finanziert und somit keine Investitionsmittel, die in andere Reduktionsmaßnahmen fließen könnten, langfristig gebunden.

Alle aktuellen Projekte des Klimaschutzportfolios der Lufthansa Group sind jeweils nach einem hohen Standard zertifiziert. 88 % der Projekte des Klimaschutzportfolios der Lufthansa Group werden nach dem vom Umweltbundesamt empfohlenen Gold Standard geprüft. Darüber hinaus sind mehrere naturbasierte Projekte von Plan Vivo zertifiziert und die technologiebasierten Projekte (CarbonCure’s Sustainable Concrete und Biochar) mit dem Verified Carbon Standard (VCS) und Puro Earth Standard beziehungsweise Carbon Standards International zertifiziert. Projekte des Anbieters Climate Austria sind nach lokalen österreichischen Standards entsprechend den Bestimmungen der nationalen Umweltförderung zertifiziert.

Die Menge an gelöschten CO2-Zertifikaten sowie die zukünftig geplante Menge an gelöschten CO2-Zertifikaten sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Dabei basiert die Gesamtmenge der CO2-Gutschriften, deren Löschung geplant ist, ausschließlich auf Verträgen mit Anbietern von CO2-Gutschriften. Jedoch sind Abweichungen der Planwerte mit den tatsächlichen Werten für 2025 möglich. Eine detaillierte Beschreibung der Berechnungsmethoden ist unter ↗ Berechnungsgrundlagen im Jahr 2025 – Umwelt aufgeführt.

T061 ESRS E1-7 | 59a & b Im Jahr 2025 gelöschte CO2-Zertifikate
      2025 2024
         
Gesamt t CO2e 865.038 606.007
Anteil an Reduction-Projekten t CO2e 768.592 545.580
Anteil an Removal-Projekten t CO2e 96.446 60.427
Davon auf technologischer Basis % 13 5
Davon auf biogener Basis % 87 95
Anteile nach hauptsächlich genutzten Standards      
Anteil Plan Vivo % 8 6
Anteil Gold Standard for the Global Goals % 88 90
Anteil MoorFutures % 0 1
Anteil Puro Earth Standard % 0 1
Anteil Carbon Standards International % 1 0
In zukünftigen Berichtsjahren zu löschende CO2-Zertifikate      
In der Zukunft zu löschende CO2-Zertifikate basierend auf von der Lufthansa Group verkauftem Volumen 2025 t CO2e 803.457 657.235
         

Basierend auf den absoluten Mengen an gelöschten CO2-Zertifikaten, dargestellt in der oberen Tabelle, ergibt sich ein Anteil von 11 % (Vorjahr: 10 %) an „Removal“-Projekten und 89 % (Vorjahr: 90 %) an „Reduction“-Projekten. 2 % (Vorjahr: 3 %) der stillgelegten Zertifikate beziehen sich auf Projekte, die in Europa durchgeführt wurden. Die Lufthansa Group hat darüber hinaus keine CO2-Zertifikate stillgelegt, die unter Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens fallen.

E1-9 – Antizipierte finanzielle Effekte

Die Lufthansa Group macht von der Übergangserleichterung gemäß dem delegierten Rechtsakt zum Quick Fix Gebrauch und verzichtet auf die Offenlegung der erwarteten finanziellen Effekte i. S. d ESRS E1-9.