Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

Konjunkturelle und branchenspezifische Entwicklungen können die operative und finanzwirtschaftliche Entwicklung der Lufthansa Group maßgeblich beeinflussen. Dementsprechend basieren die nachfolgenden Prognosen zum erwarteten Geschäftsverlauf auf Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Gesamtwirtschaft sowie der Branche. Diese Annahmen werden im Folgenden dargestellt. Die Lufthansa Group überwacht fortlaufend die Entwicklung dieser Rahmenbedingungen, um möglichst schnell und umfassend auf eventuelle Veränderungen reagieren zu können.

Europäische und deutsche Wirtschaft wachsen erneut langsamer als die Weltwirtschaft

Für das Jahr 2026 wird gemäß Daten von S&P Global ein globales Wirtschaftswachstum von 2,7 %, also eine niedrigere Wachstumsrate als im Vorjahr, prognostiziert (Vorjahr: 2,9 %). Für die europäische Wirtschaft wird mit einem Wachstum von 1,4 % gerechnet (Vorjahr: 1,7 %). Damit verzeichnet die europäische Wirtschaft erneut ein niedrigeres Wachstum als die Weltwirtschaft. Die erwartete Wachstumsrate für Deutschland fällt mit 0,8 % noch geringer aus, allerdings ist hier gleichzeitig ein stabilisierender Trend auf niedrigem Niveau erkennbar (Vorjahr: 0,3 %).

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2026 wird maßgeblich von externen politischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Hierzu zählt insbesondere der weitere Verlauf des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Darüber hinaus können außen- und handelspolitische Entscheidungen der Vereinigten Staaten von Amerika sowie mögliche Gegenmaßnahmen anderer geopolitischer Akteure wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Weltwirtschaft nehmen. Die Entwicklung in Deutschland wird zudem von den wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischen Entscheidungen der deutschen Bundesregierung abhängen.

T044 Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)1)
Prognose 2025 bis 2029 gegenüber Vorjahr
in % 2025 2026 2027 2028 2029
Welt 2,9 2,7 2,7 2,7 2,7
Europa 1,7 1,4 1,8 1,8 1,8
Deutschland 0,3 0,8 1,7 1,7 1,7
Nordamerika 2,1 2,3 1,9 1,7 1,9
Südamerika2) 2,3 2,2 2,6 2,8 2,8
Asien/Pazifik 4,4 4,0 4,0 3,9 3,9
China 5,0 4,6 4,5 4,4 4,4
Naher Osten 3,6 4,3 3,1 3,3 2,9
Afrika 4,1 4,2 4,2 4,2 4,1
Quelle: S&P Global per 15.01.2026
1) Prognosewerte.
2) Ausgenommen Venezuela.
Stabile Entwicklung von Inflation und Währungen erwartet

Trotz der eingedämmten Inflation bleibt diese auch im Jahr 2026 ein zentrales Thema für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sowie der US-Notenbank Fed. Die Europäische Zentralbank sieht ihr Inflationsziel von 2 % als erreicht an, weshalb der Kapitalmarkt für 2026 weder mit Zinssenkungen noch mit Zinserhöhungen rechnet. Im Gegensatz dazu erwartet der Markt bei der US-Notenbank Fed zwei weitere Zinssenkungen.

Die Währungsmärkte werden weiterhin von geopolitischen Spannungen, protektionistischen Tendenzen in der Handelspolitik und globalen Unsicherheiten beeinflusst. Die Analystinnen und Analysten erwarten im Durchschnitt für das Jahr 2026 eine geringfügige Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar und eine leichte Abwertung gegenüber dem Kanadischen Dollar. Gegenüber den weiteren Hauptwährungen wird eine Seitwärtsbewegung prognostiziert.

Terminmärkte indizieren tendenziell stabile Ölpreise auf niedrigem Niveau

Aufgrund eines Angebotsüberhangs an den Ölmärkten notierte der Rohölpreis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 auf einem niedrigeren Niveau als im Vorjahr. Die Terminpreise deuten für die kommenden Jahre auf ein vergleichsweise stabiles Preisniveau mit leicht steigender Tendenz hin. Zum 31. Dezember 2025 wurden die Terminkontrakte zur Lieferung im Dezember 2026 bei 60,22 USD/bbl und zur Lieferung im Dezember 2027 bei 61,30 USD/bbl gehandelt. Die zuvor dargestellten geopolitischen Risikofaktoren können jedoch zu einer erhöhten Volatilität an den Energiemärkten führen und gehen mit einer entsprechend hohen Prognoseunsicherheit hinsichtlich der künftigen Preisentwicklung einher.