Mitarbeitende

Personalmanagement richtet das Unternehmen auf die Zukunft aus und schafft Perspektiven für Mitarbeitende

Die Mitarbeitenden sind ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor für die Lufthansa Group. Auch im Geschäftsjahr 2025 war das Personalmanagement ein zentraler Faktor für die Zukunftsausrichtung des Unternehmens. Im Mittelpunkt steht eine Unternehmenskultur, die wirtschaftlichen Erfolg mit Engagement, Wohlbefinden und nachhaltiger Beschäftigungsfähigkeit verbindet. Mit dem Programm „Cultural Journey“ stärkt die Lufthansa Group diese Kultur kontinuierlich und passt sie an die sich wandelnden Anforderungen von Gesellschaft, Belegschaft und Stakeholdern an.

Die unternehmensweite Mitarbeiterbefragung „involve me!“ liefert wichtige Impulse für strategische Handlungsfelder und integriert diese in die HR-Strategie der Gruppe. Der Ansatz der Lufthansa Group umfasst Chancengleichheit, Vielfalt, flexible Karrierepfade, Weiterbildung und eine ausgewogene Work-Life-Balance. Das Unternehmen schafft moderne Arbeitsmodelle, die individuelle Lebensphasen berücksichtigen, und fördert eine partnerschaftliche, transparente Kultur. So sichert die Lufthansa Group ihre Position als attraktiver Arbeitgeber, bindet Talente nachhaltig und ermöglicht persönliche sowie fachliche Entwicklung. ↗ Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung.

Zahl der Mitarbeitenden steigt im Berichtsjahr

Zum Jahresende 2025 waren bei der Lufthansa Group weltweit 103.255 Mitarbeitende beschäftigt (Vorjahr: 101.709). Damit stieg die Zahl der Beschäftigten im Berichtsjahr um 1.546 beziehungsweise 2 %. Der Anstieg ist wesentlich auf erfolgreiche Recruitingmaßnahmen, insbesondere in operativen Bereichen, zurückzuführen.

In Vollzeitstellen umgerechnet lag die Beschäftigung zum Jahresende 2025 bei 86.610 (Vorjahr: 84.215). Dies entspricht einem Anstieg von 2.395 beziehungsweise 3 % im Vergleich zum Vorjahr.

In Deutschland arbeiteten 67.091 Mitarbeitende, 755 beziehungsweise 1 % mehr als im Vorjahr (Vorjahr: 66.336). Damit machten die Mitarbeitenden in Deutschland 65 % der Gesamtbelegschaft (Vorjahr: 65 %) aus. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb von Deutschland stieg um 791 beziehungsweise 2 % auf 36.164 (Vorjahr: 35.373).

Zum Stichtag lag das Durchschnittsalter der Belegschaft bei 42,4 Jahren (Vorjahr: 42,1 Jahre). Die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit betrug 13,9 Jahre (Vorjahr: 13,7 Jahre). 35 % der Mitarbeitenden arbeiteten im Berichtsjahr in Teilzeit (Vorjahr: 35 %). Die Fluktuationsquote blieb bei 6 % (Vorjahr: 6 %).

In den weltweit von der Lufthansa Group angebotenen Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen waren zum Jahresende 1.685 Auszubildende beschäftigt (Vorjahr: 1.860).

Lufthansa Group beabsichtigt Abbau von rund 4.000 Stellen bis 2030

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung der Lufthansa Group sollen die Aufbau- und Ablauforganisationen im Konzern angepasst werden. Ziel ist die engere und vernetztere Zusammenarbeit von Konzernfunktionen und Airlines, um Synergien zu heben und die Effizienz zu steigern. ↗ Konzernstrategie.

Durch diese stärker integrierte Zusammenarbeit werden sich Prozesse und Strukturen in der Zusammenarbeit der Konzerngesellschaften signifikant verändern. Auf dieser Grundlage prüft das Unternehmen, welche Tätigkeiten zum Beispiel aufgrund von Doppelarbeiten in Zukunft nicht mehr wie bisher erforderlich sein werden. Insbesondere die tiefgreifenden Umwälzungen durch die Digitalisierung und der vermehrte Einsatz von künstlicher Intelligenz werden in vielen Bereichen und Prozessen für mehr Effizienz sorgen.

Aufgrund dieser Entwicklungen und der strukturellen Anpassungen plant die Lufthansa Group, bis 2030 weltweit insgesamt rund 4.000 Stellen abzubauen; der überwiegende Teil entfällt auf Deutschland. Dies soll in Abstimmung mit den Sozialpartnern erfolgen. Der Fokus liegt dabei auf den administrativen und nicht den operativen Rollen.

Wesentliche Vereinbarungen mit Tarifpartnern geschlossen

Die Lufthansa Group, vertreten durch die jeweils zuständigen Verbände beziehungsweise Gesellschaften, konnte im Geschäftsjahr 2025 die folgenden neuen Tarifvereinbarungen mit den Tarifpartnern abschließen. ↗ Chancen- und Risikobericht, Personal.

Der Arbeitgeberverband Luftverkehr e.V. (AGVL) und die Kabinengewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation e.V. (UFO) haben einen neuen Tarifvertrag zur Regelung der Teilzeit für die rund 19.000 Kabinenbeschäftigten von Lufthansa Airlines mit Wirkung zum 1. Januar 2025 abgeschlossen. Dieser Tarifvertrag ermöglicht eine bessere Abbildung der Saisonalität, indem die Arbeitszeitmodelle zukünftig entweder eine gleichmäßige Auslastung über das Jahr ermöglichen oder aber Freizeitblöcke hauptsächlich in Schwachlastzeiten beinhalten. Der Katalog möglicher Modelle wurde stark reduziert und Regelungen wurden aufgenommen, die zu einer Vereinfachung des Vergabeprozesses führen. Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit bis Ende 2027.

Nachdem die UFO den Manteltarifvertrag für Kabinenbeschäftigte im Herbst 2024 gekündigt hatte, befindet sich dieser seit Jahresbeginn 2025 in der Nachwirkung.

Weiterhin offen sind die Tarifverträge zur Übergangs- und Altersversorgung für das Cockpitpersonal von Lufthansa Airlines und Lufthansa Cargo. Hier kam es zu keinem Tarifabschluss. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit e.V. (VC) erklärte die Verhandlungen zu den Versorgungstarifverträgen für gescheitert und leitete daraufhin eine Urabstimmung ein, bei der die notwendige Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder für die Durchführung von Arbeitskampfmaßnahmen stimmte.

Bei SWISS wurde im Jahr 2025 im Cockpitbereich eine Kapazitätsvereinbarung mit dem Ziel getroffen, Bereederungsengpässe durch freiwillige Maßnahmen, darunter eine freiwillige Erhöhung des Rentenalters, zu entschärfen. Diese Vereinbarung gilt bis zum 31. Oktober 2026. Für das Bodenpersonal wurde eine Vereinbarung für die Dauernachtschicht in der Technik abgeschlossen. Hintergrund ist das Auslaufen einer staatlichen Sonderregelung Ende 2025 und die daraus resultierende Notwendigkeit, die maximale Schichtdauer für die Dauernachtschicht neu zu regeln. Diese Vereinbarung gilt bis Ende 2026 oder bis zum Abschluss eines neuen Gesamtarbeitsvertrags.

Edelweiss hat im April 2025 mit der Kabinengewerkschaft Edelweiss Air Flight Attendant Association (EFA) einen Gesamtarbeitsvertrag mit einer minimalen Laufzeit von Mai 2025 bis April 2030 geschlossen. Der Gesamtarbeitsvertrag bietet attraktive Arbeitsbedingungen und enthält eine absolute Friedenspflicht. Er garantiert damit Stabilität und unternehmerische Planungssicherheit.

Bei der Eurowings GmbH wurde mit der Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für die rund 1.800 Kabinenbeschäftigten ein Vergütungstarifvertrag geschlossen, der Gehaltssteigerungen von 4 % und 3 % im Februar und August 2025 sowie 2,4 % im August 2026 vorsieht. Daneben wurden eine Ergebnisbeteiligung sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 EUR vereinbart. Ebenfalls mit ver.di wurden zwei neue Vergütungstarifverträge für die rund 700 Bodenbeschäftigten der Eurowings Aviation GmbH geschlossen. Diese sehen eine Erhöhung der Entgelttabellen um 3,7 % (mindestens jedoch 180 EUR), 3,5 % und 2,2 % jeweils im Januar 2025, 2026 und 2027 sowie für Auszubildende und dual Studierende eine monatliche Erhöhung der Vergütung um 100 EUR vor. Die Mindestlaufzeit der beiden Tarifverträge beträgt jeweils 30 Monate.

Miteinander zwischen Sozialpartnern nachhaltig entwickeln

Ziel der Lufthansa Group im Rahmen der Sozial- und Tarifpolitik ist es, in allen Konzernbereichen gute Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung festzulegen, die die Interessen der Unternehmen und der Arbeitnehmenden ausbalanciert. Länger laufende Vereinbarungen schaffen dabei Planungssicherheit für beide Seiten. Dies konnte durch die im Berichtsjahr geschlossenen Vereinbarungen in einigen Konstellationen erreicht werden.