Flotte

T011 Konzernflotte – Bestand Verkehrsflugzeuge
Lufthansa Airlines inklusive Regionalgesellschaften, Germanwings und Discover Airlines (LH), SWISS inklusive Edelweiss (LX), Austrian Airlines (OS), Brussels Airlines (SN), Eurowings (EW) und Lufthansa Cargo (LCAG) am 31.12.2025
Hersteller / Typ LH LX OS SN EW LCAG Konzernflotte davon Lease Veränderung ggü. 31.12.2024
Airbus A220 30 30
Airbus A319 40 14 29 83 14 ⁠-⁠3
Airbus A320 62 23 29 16 50 180 20 ⁠-⁠3
Airbus A320neo 41 11 5 6 8 71 28 10
Airbus A321 54 6 6 6 4 1) 76 4
Airbus A321neo 18 7 5 30 14 4
Airbus A330 21 14 11 46 4
Airbus A340 23 8 31 ⁠-⁠11
Airbus A350 31 5 36 9 2
Airbus A380 8 8
Boeing 747 27 27
Boeing 767 3 3
Boeing 777 12 6 18 1
Boeing 787 12 2 14 2 7
Boeing 777F 18 2) 18 6
Bombardier CRJ 23 23 ⁠-⁠4
Embraer 27 16 43
Flugzeuge gesamt 387 116 67 47 98 22 737 102 2
1) A321P2F operiert von Lufthansa CityLine.
2) Teilweise operiert von AeroLogic, davon zwei Flugzeuge in quotaler Zuordnung.

Flotte der Lufthansa Group wächst auf 737 Flugzeuge

Die Flotte der Lufthansa Group bestand zum Jahresende 2025 aus 737 Flugzeugen (Vorjahr: 735 Flugzeuge). Der Großteil der Flotte besteht aus Flugzeugen von Airbus und Boeing. Auf der Kurzstrecke werden außerdem Flugzeuge von Bombardier und Embraer eingesetzt. Das Durchschnittsalter der Flotte betrug 14,4 Jahre (Vorjahr: 14,0 Jahre).

Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Flotte um zwei Flugzeuge. 23 neu hinzugekommenen Flugzeugen standen 21 Abgänge gegenüber. Die Flottenzugänge umfassten auf der Langstrecke sieben Boeing 787-9, die mit der neuen „Lufthansa Allegris“-Kabine ausgestattet sind, sowie zwei Airbus A350-900, davon einem bei SWISS mit den neuen Sitzen der „SWISS Senses“-Generation. Auf der Kurzstrecke wurden zehn A320neo und vier Airbus A321neo eingeflottet. Demgegenüber wurden im Berichtsjahr 18 Flugzeuge verkauft (vier CR9, drei A320 und elf A340) und für drei Flugzeuge ist die Leasingvereinbarung ausgelaufen.

Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr im Rahmen von Sale-and-Lease-back-Transaktionen 19 Flugzeuge verkauft und zurückgemietet. Die Flugzeuge sind im Schnitt ein Jahr alt und werden von Lufthansa Airlines, Lufthansa City Airlines, SWISS und Brussels Airlines betrieben.

Im Berichtsjahr haben die Airlines der Lufthansa Group 66 Flugzeuge im Rahmen von Wet-Leases betrieben, insbesondere um verspätete Flugzeugauslieferungen zu kompensieren und die Kapazität in den hochfrequentierten Sommermonaten zu erweitern.

Flottenstrategie zielt auf Modernisierung der Flotte und Reduzierung der Flugzeugmuster

Die Lufthansa Group hat in den letzten Jahren wichtige Entscheidungen zur Fortführung der Flottenmodernisierung getroffen. So werden weniger treibstoffeffiziente Flugzeuge ausgemustert und durch moderne, effizientere und damit treibstoff- und CO2-sparende Flugzeugmuster ersetzt.

Gleichzeitig nutzt der Konzern Marktchancen, um die Flottenmodernisierung voranzutreiben und moderne Flugzeuge kurzfristig sowie zu attraktiven Konditionen zu beschaffen. In diesem Zusammenhang hat sich die Opportunität ergeben, zwei Boeing 747-8 im Jahr 2026 zu sehr attraktiven Konditionen zu veräußern. Die Flugzeuge sollen zeitnah durch effizientere Muster der neuesten Technologie ersetzt werden, wodurch der Anteil vierstrahliger Flugzeuge im Konzern kontinuierlich weiter reduziert wird.

Die in den Jahren 2019 bis 2024 getätigten Bestellungen von insgesamt 34 A350-900 (davon vier gebrauchte), 15 neuen A350-1000 und 39 neuen 787-9 sowie Leasingverträge über weitere sechs A350-900 und zwei Boeing 787-9 bilden die Basis für die strukturelle Modernisierung und Optimierung der Langstreckenflotte.

Zudem wird im Rahmen der langfristigen Flottenstrategie die Anzahl der Flugzeugmuster, die auf der Langstrecke betrieben werden, konzernübergreifend verringert, um die Komplexität weiter zu reduzieren. Der vollständigen Ausflottung der Flugzeugtypen 747-400, 777-200ER, A340-600, A340-300, A330-200 und 767-300ER steht die Einflottung der neuen A350-1000, 777-9 sowie 777-8F gegenüber. Entsprechend soll die Anzahl der Flugzeugmuster auf der Langstrecke von derzeit 13 um netto drei auf zehn reduziert werden. Die Lufthansa Group erwartet sich davon deutliche Kosteneinsparungen, vor allem in den Bereichen Crew Training, Wartung und Operations.

Lufthansa Group erwartet Auslieferung von rund 45 neuen Flugzeugen im Jahr 2026

Ende 2025 standen 219 Flugzeuge auf der Bestellliste der Lufthansa Group. Darüber hinaus bestehen Optionen auf weitere 182 Flugzeuge. Die Zuteilung von Flottenzugängen zu den jeweiligen Airlines wird jeweils kurzfristig vor Lieferung zentral entschieden.

Im Geschäftsjahr 2026 erwartet die Lufthansa Group die Auslieferung von rund 45 Flugzeugen, darunter Kurzstreckenflugzeuge der A220- und A320neo-Familie und Langstreckenflugzeuge der Typen A350 und Boeing 787-9. Gemäß der aktuellen Planung wird die Lufthansa Group damit im Geschäftsjahr 2026 mehr als doppelt so viele neue Langstreckenflugzeuge erhalten wie im Geschäftsjahr 2025. Die ersten Flugzeuge des Typs A350-1000 werden in der zweiten Jahreshälfte an Lufthansa Airlines in München ausgeliefert. Sie sind mit den neuen Sitzen der „Allegris“-Generation ausgestattet und verfügen, wie bereits die A350-900, über First-Class-Kabinen.

Entsprechend der aktuellen Planung sollen im Jahr 2026 50 Flugzeuge verkauft werden beziehungsweise soll deren Lease auslaufen. Diese Planung wird kontinuierlich überprüft.

Die Lufthansa Group kann die angebotene Kapazität durch die Verlängerung oder Verkürzung temporärer Stilllegungen, die Verzögerung oder Vorziehung geplanter Ausflottungen und durch die Vereinbarung von Wet-Leases an eine im Vergleich zur Planung stärkere oder schwächere Nachfrage anpassen.

T012 Flottenbestellung Lufthansa Group
Festbestellungen1) Auslieferungszeitraum Optionen
Langstreckenflotte
Airbus A350-1000 15 2026 bis 2030 25
Airbus A350-900 22 2026 bis 2031
Boeing 787-9 27 2026 bis 2028 13
Boeing 777-9 20 2026 bis 2029 24
Boeing 777-8F 7 2028 bis 2030
Kurzstreckenflotte
Airbus A220-300 40 2026 bis 2031 20
Airbus A320neo 30 2026 bis 2029 40
Airbus A321neo 18 2026 bis 2028
Boeing 737-8 40 2028 bis 2032 60
Flugzeuge gesamt 219 2026 bis 2032 182
1) Ohne kontrahierte Leases.
Gruppenweites Engine Management hebt Synergien

Um im Triebwerksbereich Synergien zu heben, hat die Lufthansa Group ein konzernweites Management der eingesetzten Triebwerke eingeführt. Dadurch sollen die nutzbaren Flugstunden pro Triebwerk (Green Time) gesteigert und Vorteile durch die gemeinschaftliche Nutzung von Ersatztriebwerken und den gemeinschaftlichen Einkauf von MRO-Leistungen für alle Konzern-Airlines realisiert werden. Darüber hinaus erfolgt die Beschaffung zusätzlich benötigter Reservetriebwerke via Lease oder Kauf vom Markt zentral für alle Airlines der Lufthansa Group über das Group Engine Management, wodurch Komplexität reduziert und die Verfügbarkeit erhöht wird.

Potenzielle Materialfehler in Triebwerken werden untersucht

Aufgrund von potenziellen Materialfehlern in Bauteilen der PW1100G-Triebwerksfamilie werden die betroffenen Bauteile aus Sicherheitsgründen überprüft. Dadurch waren im Berichtsjahr im Durchschnitt jeweils zehn bis 15 Flugzeuge der Lufthansa Group nicht einsatzfähig. Dabei handelte es sich um Flugzeuge der Typen A320neo und A321neo. Insgesamt sind 64 Flugzeuge der Lufthansa Group beziehungsweise 146 Triebwerke (inklusive der Ersatztriebwerke) betroffen, von denen rund 100 bereits der ersten Inspektion unterzogen wurden. Die Auswirkungen auf die Kapazität sollen durch die Beschaffung zusätzlicher Ersatztriebwerke, die verlängerte Nutzung vorhandener Flugzeuge und zusätzliche Wet-Leases abgemildert werden. Die finanziellen Risiken konnte die Lufthansa Group durch erfolgreiche Verhandlungen mit dem Hersteller International Aero Engines (IAE LLC) signifikant reduzieren.

Ebenfalls betroffen von den Materialfehlern ist das verwandte Triebwerksmodell PW1500G, das für die Flugzeuge der A220-Familie verwendet wird. SWISS besitzt 30 A220, davon neun A220-100 sowie 21 A220-300. Im Berichtsjahr konnten zwischen vier und sechs A220 nicht betrieben werden, da die Triebwerke vorzeitig zur Untersuchung und zum Austausch betroffener Teile in die Überholung mussten. Da diese Situation im Jahr 2026 andauern wird, hat SWISS entschieden, mit den verfügbaren Triebwerken die A220-300 zu betreiben und die A220-100 bis auf Weiteres zu parken. Zwei A220-100 sollen als Einsatzreserve vorgehalten werden. Die fehlenden Kapazitäten werden auch hier mittels Wet-Lease ausgeglichen.

Großer Teil der Flotte befindet sich im Eigentum der Lufthansa Group

Insgesamt befinden sich 86 % (Vorjahr: 88 %) der Gesamtflotte im Eigentum der Lufthansa Group, 14 % (Vorjahr: 12 %) sind geleast. Mehr als 86 % (Vorjahr: 85 %) der Eigentumsflotte sind unbelastet, also nicht als Sicherheit im Rahmen von Finanzierungen genutzt.

Die im Eigentum befindlichen Flugzeuge gewähren ein hohes Maß an operativer Flexibilität. Um flexibel auf Nachfrageschwankungen zu reagieren und das Angebot kurzfristig anzupassen, können abgeschriebene Flugzeuge kurzfristig länger betrieben oder vor dem geplanten Phase-out stillgelegt werden. Zudem können die Flugzeuge bei Finanzierungsmaßnahmen als Sicherheit eingebracht werden. Leases hingegen erlauben eine schnellere Reaktion auf marktseitige und technologische Veränderungen. Außerdem mindern sie im Vergleich zum Kauf neuer Flugzeuge den Kapitaleinsatz. Der Konzern beabsichtigt, den Leasinganteil der Flotte mittel- und langfristig auszubauen. ↗ Finanzstrategie und wertorientierte Steuerung.