Geschäftsfeld Technik
| T040 | Kennzahlen Technik1) | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2025 | 2024 | Veränderung in % | |||
| Umsatz | Mio. € | 8.049 | 7.183 | 12 | |
| davon mit Gesellschaften der Lufthansa Group | Mio. € | 2.005 | 2.285 | -12 | |
| Operative Erträge | Mio. € | 8.705 | 7.653 | 14 | |
| Operative Aufwendungen | Mio. € | 8.124 | 7.055 | 15 | |
| Adjusted EBITDA | Mio. € | 755 | 757 | -0 | |
| Adjusted EBIT | Mio. € | 603 | 607 | -1 | |
| EBIT | Mio. € | 609 | 555 | 10 | |
| Adjusted EBIT-Marge | % | 7,5 | 8,5 | -1,0 P. | |
| Adjusted ROCE2) | % | 12,8 | 13,8 | -1,0 P. | |
| Segmentinvestitionen | Mio. € | 230 | 206 | 12 | |
| Mitarbeitende zum 31.12. | Anzahl | 22.989 | 22.313 | 3 | |
| Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt | Anzahl | 22.580 | 21.618 | 4 | |
| Vollkonsolidierte Gesellschaften | Anzahl | 23 | 22 | 5 | |
| 1) Vorjahreszahlen aufgrund der Umgliederung der Lufthansa Industry Solutions angepasst. 2) Vorjahreszahl angepasst aufgrund neuer Berechnungssystematik. ↗ Finanzstrategie. |
|||||
Geschäftstätigkeit
Lufthansa Technik ist weltweit führender MRO-Anbieter
Lufthansa Technik ist der weltweit führende herstellerunabhängige Anbieter von Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen (Maintenance, Repair & Overhaul, MRO) für zivile, kommerziell betriebene Flugzeuge. Darüber hinaus adressiert das Unternehmen zunehmend auch militärische und hoheitliche Betreiber und positioniert diesen Bereich als strategisches Wachstumsfeld. Das Unternehmen ist unterteilt in fünf Bereiche, davon drei klassische MRO-Bereiche (Engine Services, Aircraft Component Services, Aircraft Maintenance Services) und zwei Zukunftsfelder (Digital Fleet Services sowie Original Equipment & Special Aircraft Services).
Zur Lufthansa Technik-Gruppe gehören weltweit 34 Betriebe (Vorjahr: 33 Betriebe), die luftfahrttechnische Dienstleistungen anbieten. Das Unternehmen ist direkt und indirekt an 56 Gesellschaften beteiligt (Vorjahr: 57 Gesellschaften). Lufthansa Technik betreut weltweit mehr als 800 Kunden, darunter neben Airlines auch Hersteller, Flugzeug-Leasinggesellschaften, VIP-Jet-Betreiber, Regierungen und Streitkräfte. Dabei wird rund ein Viertel des Geschäfts mit Gesellschaften der Lufthansa Group und drei Viertel mit Kunden außerhalb der Lufthansa Group erzielt.
Lufthansa Technik ist weltweit für Wartung, Design und Produktion zertifiziert und verfügt über umfangreiche Genehmigungen als Wartungsunternehmen sowohl der europäischen Luftfahrtbehörden als auch von Behörden in mehr als 50 weiteren Ländern. Die Zulassungen als Design Organisation (DOA) ermöglichen es Lufthansa Technik, unter anderem Änderungen und Reparaturen an Flugzeugen vorzunehmen, auch wenn hierfür keine eigenen Typenzertifikate vorliegen. Darüber hinaus ist das Unternehmen aufgrund entsprechender Produktionszulassungen berechtigt, Flugzeugkomponenten herzustellen, einschließlich Ersatzteile. Diese umfassenden regulatorischen Anforderungen verdeutlichen die hohen Markteintrittsbarrieren im MRO-Markt. Sie ergeben sich insbesondere aus dem notwendigen technischen Know-how sowie den hohen Anforderungen an Luftsicherheit und Qualität. Zusätzlich sind umfangreiche behördliche Zertifizierungen sowie Lizenzen der Erstausrüster (OEMs) erforderlich. Der Markteintritt ist darüber hinaus mit erheblichen Kapital- und Investitionsaufwendungen verbunden, um MRO-Leistungen in der erforderlichen Tiefe und Qualität erbringen zu können.
MRO-Bereiche mit klaren strategischen Rollen
Die fünf MRO-Bereiche der Lufthansa Technik haben klare strategische Rollen und realisieren Synergien.
Der Bereich Engine Services bietet weltweit umfangreiche triebwerkstechnische Dienstleistungen an. Die Produktpalette umfasst das gesamte Servicespektrum für moderne Triebwerke wie Überholung, Reparatur, mobile Services und Auxiliary-Power-Unit(APU)-Services nahezu aller Hersteller. Er erwirtschaftet nahezu die Hälfte des Umsatzes der Lufthansa Technik und wird für die kommenden Jahre ein starker Wachstumstreiber sein, insbesondere durch die Wartung von Triebwerken der neuen Generation.
Der Bereich Aircraft Component Services erzielt mehr als ein Drittel des Umsatzes der Lufthansa Technik. Er ist ein Integrator, der die Reparatur von unterschiedlichsten Komponenten von OEMs und Flugzeugherstellern in den Werkstätten der Lufthansa Technik bündelt. Das Produkt „Total Component Support“ (TCS) kombiniert den weltweit größten Komponentenpool mit integrierter Inhouse-Logistik und KI-gestützter Materialverwaltung in Echtzeit, um die Verfügbarkeit von Komponenten für alle Kunden zu maximieren.
Der Bereich Aircraft Maintenance Services erbringt standardisierte und effiziente Überholungsleistungen für zivile, kommerziell betriebene Flugzeuge, insbesondere im Rahmen von Großwartungsereignissen während des Flugbetriebslebenszyklus (Base Maintenance). Die Leistungen umfassen zudem komplexe Flugzeugmodifikationen sowie weltweit angebotene mobile Services.
Der Bereich Digital Fleet Services entwickelt das „Digital Tech Ops Ecosystem“ und bietet Kunden digitale Produkte zur Durchführung und Optimierung des technischen Betriebs von Flugzeugen. Dabei spielen sowohl der Einsatz moderner Technologien wie künstlicher Intelligenz als auch die Verfügbarkeit des stetig wachsenden Datenpools eine zentrale Rolle. Der Bereich setzt auf cloudbasierte IT-Lösungen, die auch im Rahmen von SaaS-Verträgen (Software as a Service) angeboten werden.
Der Bereich Original Equipment & Special Aircraft Services bedient ein breites Kundenspektrum, das VIP-Kunden, Flugzeughersteller und Regierungen umfasst. Dabei reicht das Leistungsspektrum von speziellen Ingenieurdienstleistungen bis zur Serienproduktion eigens entwickelter Produkte. Er stellt den Kern des wachsenden Defense-Geschäfts der Lufthansa Technik dar.
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2025 wurde Lufthansa Industry Solutions, die bislang Teil des Geschäftsfelds Technik war, aufgrund strategischer Überlegungen mit Blick auf den IT-Bereich der Lufthansa Group den Weiteren Gesellschaften und Konzernfunktionen zugeordnet. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.
Geschäftsverlauf und operative Entwicklung
MRO-Leistungen werden stark nachgefragt
Lufthansa Technik verzeichnete im Berichtsjahr erneut einen positiven Geschäftsverlauf. Die weiterhin hohe Nachfrage nach Flugreisen führte zu einer gestiegenen Nachfrage nach Wartungs- und Reparaturleistungen sowie weiteren Produkten und Services von Lufthansa Technik, was sich positiv auf die Umsatzentwicklung auswirkte. Demgegenüber wurde die Ergebnisentwicklung durch die Abschwächung des US-Dollars sowie durch Belastungen aus US-Strafzöllen negativ beeinflusst. Die aus den Strafzöllen resultierenden Mehrkosten sollen mittelfristig soweit wie möglich an die Kunden weitergegeben werden.
Unverändert stellte die anhaltende Material- und Personalknappheit eine operative Herausforderung dar. Die Materialknappheit resultierte insbesondere aus Lieferverzögerungen bei Herstellern und Zulieferern von Flugzeugen, Triebwerken und Flugzeugkomponenten. Die Personalknappheit in produktiven Bereichen war weiterhin durch die mehrjährigen Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme im MRO-Bereich bedingt. Trotz dieser operativen Belastungen und der Abschwächung des US-Dollars erzielte Lufthansa Technik im Berichtsjahr erneut einen Umsatz auf Rekordniveau. Die genannten Belastungsfaktoren, insbesondere die US-Dollarabschwächung und die US-Strafzölle, führten jedoch zu einer rückläufigen operativen Marge sowie zu einem Adjusted EBIT, das lediglich auf Vorjahresniveau lag.
Lufthansa Technik setzt das Wachstumsprogramm „Ambition 2030“ weiter um
Lufthansa Technik treibt das Wachstumsprogramm „Ambition 2030“ weiter voran. Dieses hat zum Ziel, die weltweit führende Position von Lufthansa Technik in der technischen Betreuung von Flugzeugflotten auszubauen. Insbesondere im Triebwerksbereich wird eine dauerhaft erhöhte Nachfrage nach Reparatur- und Überholungsleistungen erwartet, da die Anzahl älterer Triebwerke im globalen Flugbetrieb aufgrund von Lieferverzögerungen bei den neu entwickelten Triebwerksmustern hoch bleibt und die neuen Triebwerksmuster gleichzeitig eine höhere Wartungsintensität erfordern.
Das Programm „Ambition 2030“ sieht deshalb für die kommenden Jahre umfassende Investitionen in den Ausbau des Kerngeschäfts, die Erweiterung von Standorten und der internationalen Präsenz, potenziell auch durch Unternehmenszukäufe, sowie den Ausbau digitaler Geschäftsmodelle vor. Ziel ist es, den Umsatz bis 2030 auf über 10 Mrd. EUR zu steigern und eine Adjusted EBIT-Marge von über 10 % zu erreichen.
Maßnahmen zur Abfederung des Margendrucks aus US-Zöllen und der US-Dollar-Abschwächung werden implementiert
Zur Erreichung des Ziels einer Adjusted EBIT-Marge von über 10 % im Jahr 2030 verfolgt das Unternehmen weiterhin klar definierte strategische Initiativen. Diese umfassen insbesondere Maßnahmen zur Optimierung der Materialkosten, die Entwicklung neuer Reparaturverfahren sowie den verstärkten Einsatz alternativer Ersatzteile. Darüber hinaus werden das Standort- und Serviceportfolio weiter optimiert, digitale Initiativen im Rahmen von „Digitize the Core“ vorangetrieben und das Wachstum in ausgewählten Bereichen wie Engine Parts Repair und Mobile Engine Services gezielt ausgebaut. Trotz der weltweit führenden Marktposition der Lufthansa Technik und der im Berichtsjahr umgesetzten Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität nahm der Druck auf die operative Marge zu. Wesentliche Belastungsfaktoren waren die anhaltende Kosteninflation, die deutliche Abschwächung des US-Dollars sowie zusätzliche Belastungen aus US-Strafzöllen.
Zur weiteren Begrenzung des Ergebniseffekts aus dem US-Dollar-Exposure der Lufthansa Technik wurde im Berichtsjahr der Sicherungsgrad des bestehenden Cashflow Hedgings erhöht. Zusätzlich wurden Investitionen in US-amerikanische Standorte intensiviert, um die natürliche Währungsabsicherung („natural hedging“) weiter zu stärken.
Im Zusammenhang mit den US-Strafzöllen erfolgten umfangreiche Anpassungen des Logistikkonzepts. Parallel dazu wurde mit der schrittweisen Weitergabe der verbleibenden Zoll-Mehrkosten an Kunden begonnen.
Zukunftsinvestitionen werden umgesetzt
Im Rahmen des Programms „Ambition 2030“ werden Investitionen in allen drei Weltregionen – Americas, APAC (Asien/Pazifik) und EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) – getätigt. Am Hauptsitz der Lufthansa Technik in Hamburg laufen drei Neubauvorhaben. Hierzu zählen zusätzliche Werkstattgebäude für die Bereiche Aircraft Component Services und Special Aircraft Services sowie eine Hydraulikwerkstatt, in der im November 2025 der Probebetrieb aufgenommen wurde.
Am Standort Alzey wurde ein neues Lager- und Logistikzentrum für Flugzeugtriebwerke und deren Ersatzteile bei der Lufthansa Technik AERO Alzey in Betrieb genommen. Am zukünftigen Standort der Lufthansa Technik Portugal in Santa Maria da Feira, rund 35 Kilometer südlich von Porto, schreitet das Projekt zum Bau einer neuen Produktionsstätte für die Bereiche Engine Services und Aircraft Component Services planmäßig voran. Das Werk zur Reparatur von Flugzeugkomponenten und Triebwerksteilen soll Ende 2027 fertiggestellt werden und wird mit modernen Technologien der MRO-Branche ausgestattet sein, um die Reparaturkapazitäten der Lufthansa Technik in Europa zu erweitern. Bereits im Juni 2025 wurde das Trainingszentrum eröffnet und mit der Qualifizierung der Mitarbeitenden begonnen.
In der Region APAC werden Optionen zur Stärkung der bestehenden Base-Maintenance-Kapazitäten des Bereichs Aircraft Maintenance Services geprüft. In der Region Americas wird die MRO-Kapazität weiter ausgebaut. So erfolgte im Berichtsjahr der Spatenstich für ein neues Triebwerkszentrum der Lufthansa Technik Canada Inc. am Flughafen Calgary. Die dort geplante Reparaturwerkstatt sowie der integrierte Teststand sollen zusätzliche Reparaturkapazitäten für den Bereich Engine Services im nordamerikanischen MRO-Markt schaffen, insbesondere für Triebwerkstypen der neuen Generation. Weitere Reparaturkapazitäten im Komponentenbereich werden am Standort der Lufthansa Technik Component Services LLC in Tulsa, USA, aufgebaut. Im Berichtsjahr wurde dort die Gesamtfläche des Werks erweitert, um weiteres Wachstum zu ermöglichen, und das Leistungsportfolio um zusätzliche Reparaturdienstleistungen ergänzt.
Recruiting von Fachpersonal bleibt im Fokus
Der hohe Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal hielt im Berichtsjahr vor allem in den operativen, aber auch in den administrativen Bereichen an. Diesem Bedarf begegnet das Unternehmen mit unterschiedlichen nationalen und internationalen Recruitingmaßnahmen. Auch Auszubildende und dual Studierende werden weiterhin in großem Umfang eingestellt. An den deutschen Standorten begannen im Berichtsjahr insgesamt 375 Nachwuchskräfte eine Ausbildung oder ein duales Studium bei Lufthansa Technik. Damit befanden sich zum Jahresende 2025 in Deutschland insgesamt mehr als 1.000 Personen bei Lufthansa Technik und ihren Beteiligungen in einer Berufsausbildung oder in einem dualen Studium.
Vielzahl neuer Verträge und Flottenwachstum sichern Geschäft der Zukunft
Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 betreute Lufthansa Technik rund 5.100 Flugzeuge im Rahmen von langfristigen Komponentenverträgen und damit 6 % mehr als im Vorjahr. Der Anstieg wird sowohl vom Wachstum bereits langfristig kontrahierter Flugzeugflotten als auch durch den Abschluss von Neuverträgen getrieben. Im Laufe des Berichtsjahres konnten 16 neue Kunden gewonnen und 1.149 neue Verträge mit einem Vertragsvolumen von 8,8 Mrd. EUR, davon 0,9 Mrd. EUR mit Gesellschaften der Lufthansa Group, abgeschlossen werden.
Mit mehreren Airlines wurden im Berichtsjahr neue langfristige Verträge sowie exklusive Vertragserweiterungen für die Komponentenversorgung abgeschlossen. So wird Lufthansa Technik auch in den kommenden Jahren die umfassende Komponentenversorgung für die gesamte Boeing-737-Flotte von Air Europa übernehmen. Der neue Vertrag umfasst neben der bestehenden 737-Next-Generation-Flotte auch die bereits eingeflotteten sowie die zukünftigen Flugzeuge des Typs 737 MAX. Darüber hinaus wurde mit Royal Jordanian Airlines eine Erweiterung der bestehenden Komponentenversorgung von der A320ceo-Flotte auf die zukünftigen A320- und A321neo-Flotten vereinbart. Zudem übernimmt Lufthansa Technik künftig die Komponentenversorgung der B747- und B777-Flotten von Cathay Pacific mit Sitz in Hongkong, PRC. Der Vertrag umfasst insgesamt 72 Flugzeuge und stellt den bislang größten Komponentenversorgungsvertrag zwischen den beiden Unternehmen dar.
Im Bereich der Triebwerkswartung wurden im Berichtsjahr ebenfalls neue Verträge abgeschlossen. Hierzu zählen Vereinbarungen zur Wartung von CFM56-5B-Triebwerken der A320ceo-Flotten von Air Canada, SriLankan Airlines sowie Air Arabia. Parallel dazu wurde im Berichtsjahr am Standort Hamburg die einhundertste Einlastung eines CFM-LEAP-Triebwerks der neuen Triebwerksgeneration verzeichnet. Mit dem steigenden Anteil von Triebwerksmustern der neuen Generation an den Einlastungen spiegelt sich am Standort Hamburg der strukturelle Übergang der Triebwerksüberholung von Triebwerksmustern früherer Generationen hin zu Triebwerksmustern der neuen Generation wider. Darüber hinaus hat Lufthansa Technik AERO Alzey die bestehende Partnerschaft mit Pratt & Whitney Canada zur Wartung, Reparatur und Überholung von PW100- und PW150-Triebwerken, die in Regionalflugzeugen eingesetzt werden, erneuert.
Digitalisierung schreitet voran
Im Kerngeschäft MRO treibt Lufthansa Technik die Digitalisierung und Produktmodularisierung unter der Initiative „Digitize the Core“ voran, um bis 2030 das „Ambition 2030“-Ziel eines vollständig digitalisierten MRO-Anbieters zu erreichen. Die operativen und digitalen Kompetenzen im technischen Betrieb von Flugzeugen führt Lufthansa Technik in ihrem „Digital Tech Ops Ecosystem“ zusammen. Dieses besteht aus AVIATAR als Plattform für datenbasierte Analytics Solutions, flydocs als Digital Records & Asset Solution und AMOS, einem Produkt der Swiss Aviation Software AG als Weltmarktführerin im Bereich Maintenance-&-Engineering-/MRO-Software.
Ende 2025 waren rund 11.300 Flugzeuge über Serviceverträge an die unterschiedlichen Produkte des „Digital Tech Ops Ecosystem“ angeschlossen. Das digitale Angebot wurde im Berichtsjahr weiter ausgebaut. So wurde innerhalb der AVIATAR Reliability Suite die Anwendung „Technical Repetitives Examination“ eingeführt, die es Kunden ermöglicht, Einträge elektronischer und konventioneller Logbücher mithilfe künstlicher Intelligenz zu analysieren und wiederkehrende Fehler effizienter zu identifizieren.
Geschäft im Bereich „Defense“ wird ausgebaut
Neben MRO-Leistungen und digitalen Services für zivile und kommerzielle Luftfahrzeugbetreiber treibt Lufthansa Technik den Ausbau des neuen Bereichs „Defense“ weiter voran. Im Berichtsjahr wurde hierzu eine Vereinbarung mit der Sierra Nevada Corporation, einem global tätigen Unternehmen in den Bereichen Luft- und Raumfahrt sowie Sicherheit und Verteidigung, geschlossen. Im Rahmen der Zusammenarbeit bringt Lufthansa Technik ihre Kompetenzen in der Wartung, Reparatur, Überholung und Modifikation von Flugzeugen ein. Auch die seit mehr als 60 Jahren bestehende Betreuung der Flugzeuge der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung wird schrittweise auf weitere Einsatzbereiche ausgeweitet, unter anderem auf die sogenannte „graue Flotte“ sowie auf zusätzliche Flugzeugmuster der Bundeswehr. In diesem Zusammenhang absolvierten die von Lufthansa Technik modifizierten Airbus A321LR der Luftwaffe im Berichtsjahr erste Trainingseinsätze in der MedEvac-Rolle (Medical Evacuation).
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Deutschen Luftwaffe und HENSOLDT wurde zudem ein weiterer Meilenstein im Pegasus-Programm (Persistent German Airborne Surveillance System) erreicht. Im Dezember traf das erste Bombardier-Global-Flugzeug bei Lufthansa Technik zur Systemintegration und Flugzeugzertifizierung für Deutschlands Signalaufklärungsflugzeuge der nächsten Generation ein. Darüber hinaus unterzeichnete Lufthansa Technik im Zusammenhang mit der Einflottung des neuen Seefernaufklärers P-8A Poseidon bei der Deutschen Marine einen Mehrjahresvertrag mit Boeing. Der Vertrag umfasst nahezu alle Produktsegmente, von der Flugzeugwartung und Triebwerksunterstützung über die Komponentenversorgung bis hin zum Betriebsmanagement und technischen Schulungen.
Nachhaltigkeitsorientierte Produkte und Technologien werden entwickelt
Lufthansa Technik entwickelt und implementiert Technologien zur Effizienzsteigerung und zur Reduzierung von Emissionen im Flugbetrieb. Die gemeinsam mit BASF entwickelte treibstoffsparende Oberflächentechnologie „AeroSHARK“ wurde im Berichtsjahr weiter ausgerollt und der Zertifizierungsprozess für Flugzeuge des Typs A330-200 und A330-300 im Rahmen einer ergänzenden Musterzulassung (Supplemental Type Certificate, STC) aufgenommen. Ende 2025 waren bereits 30 Flugzeuge der Typen Boeing 777, 777F und 747 mit „AeroSHARK“ ausgestattet.
Ein weiteres Produkt zur Ressourcenschonung ist die Triebwerkswaschlösung Cyclean Engine Wash, die an mehr als 60 Standorten weltweit verfügbar ist. Im Berichtsjahr wurde die Verfügbarkeit der Cyclean-Triebwerkswäsche in Europa durch die Zusammenarbeit mit ACC Columbia Jet Service als autorisiertem Partner auf weitere europäische Standorte ausgeweitet.
Darüber hinaus wurde Lufthansa Technik im Berichtsjahr mit zwei Red Dot Design Awards ausgezeichnet. Prämiert wurden ein Hidden Touch Display in der Kategorie „Design Concept 2025“ sowie das Konzept GuideU CircularFit, ein Kreislaufwirtschaftskonzept für nicht-elektrische Fluchtwegmarkierungen in Flugzeugen, in der Kategorie „Concept:Sustainability“.
Personelle Veränderungen im Vorstand der Lufthansa Technik
Nach dem Ausscheiden von William Willms aus dem Vorstand der Lufthansa Technik AG zum 31. März 2025 wurde die Vorstandsstruktur angepasst. Der Vorstand besteht seit dem 1. Mai 2025 aus Sören Stark (Chief Executive Officer), Harald Gloy (Chief Operations Officer) sowie Janna Schumacher (Chief Human Resources Officer) und Christian Leifeld (Chief Financial Officer).
Finanzielle Entwicklung
Umsatz steigt gegenüber Vorjahr um 12 %
Im Geschäftsjahr 2025 erhöhten sich die Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Technik trotz der Abschwächung des US-Dollars um 12 % auf 8.049 Mio. EUR (Vorjahr: 7.183 Mio. EUR). Lufthansa Technik profitierte dabei vom anhaltend hohen Nachfrageanstieg nach Wartungs- und Reparaturleistungen infolge der steigenden Zahl von Flugreisen.
Die Umsatzentwicklung wurde insbesondere von den MRO-Bereichen Engine Services und Aircraft Component Services getrieben. Während sich die konzerninternen Erlöse um 12 % reduzierten, konnten die externen Erlöse um 23 % gesteigert werden. Die operativen Erträge stiegen um 14 % auf 8.705 Mio. EUR (Vorjahr: 7.653 Mio. EUR). Wechselkurseffekte wirkten sich mit rund 260 Mio. EUR belastend auf die Erlösentwicklung aus.
Aufwendungen wachsen gegenüber Vorjahr um 15 %
Die operativen Aufwendungen erhöhten sich im Berichtsjahr überproportional zu den Erlösen um 15 % auf 8.124 Mio. EUR (Vorjahr: 7.055 Mio. EUR).
Der Materialaufwand stieg mengen- und preisbedingt um 16 % auf 5.221 Mio. EUR (Vorjahr: 4.511 Mio. EUR). Ursächlich hierfür waren zum einen die positive Geschäftsentwicklung, die einen Anstieg sowohl des Materialverbrauchs als auch der Fremdleistungen zur Folge hatte, und zum anderen auch deutliche Materialpreisanstiege aufgrund von Materialknappheit und US-Strafzöllen.
Der Personalaufwand lag mit 1.609 Mio. EUR um 8 % über Vorjahr (Vorjahr: 1.493 Mio. EUR), primär bedingt durch den Anstieg der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeitenden sowie Tariferhöhungen und Gehaltssteigerungen.
Die planmäßigen Abschreibungen verblieben mit 152 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 150 Mio. EUR).
| T041 | Aufwendungen Technik1) | |||
|---|---|---|---|---|
| 2025 | 2024 | Veränderung | ||
| in Mio. € | in Mio. € | in % | ||
| Materialaufwand | 5.221 | 4.511 | 16 | |
| davon Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 2.934 | 2.610 | 12 | |
| davon Aufwendungen für bezogene Leistungen | 2.287 | 1.901 | 20 | |
| Personalaufwand2) | 1.609 | 1.493 | 8 | |
| Abschreibungen3) | 152 | 150 | 1 | |
| Sonstiger operativer Aufwand4) | 1.142 | 901 | 27 | |
| Summe operative Aufwendungen | 8.124 | 7.055 | 15 | |
| 1) Vorjahreszahlen aufgrund der Umgliederung der Lufthansa Industry Solutions angepasst. 2) Ohne nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand/Planabgeltung. 3) Ohne außerplanmäßige Abschreibung. 4) Ohne Buchverluste. |
||||
Adjusted EBIT liegt mit 603 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau
Das Adjusted EBIT reduzierte sich im Berichtsjahr um 1 % auf 603 Mio. EUR (Vorjahr: 607 Mio. EUR). Die Adjusted EBIT-Marge ging um 1,0 Prozentpunkte auf 7,5 % zurück (Vorjahr: 8,5 %). Die US-Strafzölle wirkten sich dabei mit 32 Mio. EUR belastend auf das Ergebnis aus. Durch umfangreiche Gegenmaßnahmen konnte jedoch ein potenziell deutlich höherer Einfluss vermieden werden.
Das EBIT lag bei 609 Mio. EUR (Vorjahr: 555 Mio. EUR). Die Differenz zum Adjusted EBIT resultiert im Berichtsjahr im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit Russland, während das Vorjahr durch Abschreibungen auf Joint Ventures sowie Aufwendungen für Restrukturierungen belastet war.
Segmentinvestitionen steigen um 12 %
Die Segmentinvestitionen im Geschäftsfeld Technik legten um 12 % auf 230 Mio. EUR (Vorjahr: 206 Mio. EUR) zu. Die Investitionen konzentrierten sich im Wesentlichen auf das Sachanlagevermögen und die Finanzanlagen. Bei den Sachanlagen entfielen sie insbesondere auf laufende Neubauvorhaben sowie auf technische Anlagen, Maschinen und Betriebsmittel für MRO-Leistungen verschiedener Flugzeug- und Triebwerksmuster der neuen Generation. Im Bereich der Finanzanlagen wurden Investitionen vor allem in verbundene (nicht konsolidierte) Unternehmen und Joint Ventures getätigt. Zusätzlich zu den Segmentinvestitionen wurden im Berichtsjahr 182 Mio. EUR Mittelabflüsse für den Ausbau des Pools an reparaturfähigen Ersatzteilen getätigt (Vorjahr: 194 Mio. EUR).
Anzahl der Mitarbeitenden wächst um 3 %
Die Anzahl der Mitarbeitenden zum Jahresende 2025 stieg gegenüber Vorjahr um 3 % auf 22.989 (Vorjahr: 22.313). Der Anstieg resultiert aus dem Personalaufbau infolge des größeren Geschäftsvolumens und erfolgte zu zwei Drittel außerhalb Deutschlands und zu einem Drittel in Deutschland, wobei die Anzahl in Deutschland aufgrund des Übergangs der verbleibenden Line Maintenance Stationen zur Lufthansa Airlines beeinflusst war.